Geschichte und Vorkommen

Die Zwiebel (Allium cepa) stammt aus Westasien, wo sie schon vor etwa 5000 Jahren zur Ernährung der Sumerer gehörte. Eines der damaligen Gerichte war zum Beispiel Brot mit Zwiebeln und Datteln. Eine wichtige Rolle spielte die uralte Gemüse- und Heilpflanze ein paar hundert Jahre später beim Bau der Cheopspyramide, denn die ägyptischen Arbeiter und Sklaven wurden während dieses Mammutprojekts hauptsächlich mit Zwiebeln und Brot verpflegt. Die Priester durften allerdings keine Zwiebeln genießen, denn die Säfte der Knolle hatten den Ruf, Blut und Leidenschaft in Wallung zu bringen. Die Römer tauften die Zwiebel aus diesem Grund „salex“, das bedeutet schlicht und einfach „geil“. Wichtig waren über Jahrtausende auch die Heilwirkungen der Zwiebel. Wie auch heute noch wurde sie zusammen mit Honig bei Husten verwendet, als Herzschutz oder bei Insektenstichen. Es gibt zahlreiche Zwiebelsorten, die weltweit angebaut werden. Die würzigste und am meisten verwendete ist die Haushaltszwiebel mit hellbrauner Schale. Sie ähnelt der milderen, aber wesentlich größeren Gemüsezwiebel. Aus Italien stammen milde weiße und die mild-würzigen roten Zwiebeln. Meist sauer eingelegt werden die kleinen Perlzwiebeln. Auch Frühlings- oder Lauchzwiebeln und Schalotten gehören zur Zwiebelfamilie.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Zwiebeln sind reich an Vitamin C und B, Niacin, Kalium, Calcium, Zink, Phosphor und Mangan. In Frühlingszwiebeln ist auch Provitamin A enthalten. Der typische, scharf-würzige Geruch liegt an den schwefelhaltigen Verbindungen (Sulfiden) in der Zwiebel. Sie sind auch für die Tränen beim Pellen und Schneiden verantwortlich. Die gute Eigenschaft der Sulfide: Sie senken das Risiko, an Krebs zu erkranken und den Cholesterinspiegel. Von den reichlich vertretenen sekundären Pflanzenstoffen in der Zwiebel hat das Flavonoid Quercetin besonders starke antioxidative Eigenschaften.
Insektenstiche lassen sich mit Zwiebelsaft einreiben, Zwiebelringe helfen bei schmerzenden Ohren. Dafür die Ringe auf das Ohr, darüber ein trockenes Tuch legen und kurz warten, bis die Zwiebel warm wird und zerfällt. Die Schmerzen sollten dann weg sein. Innerlich angewendet helfen Zwiebeln bei Kreislaufstörungen, dafür täglich 5 – 6 der Bollen auf verschiedene Mahlzeiten verteilt verzehren. Schlaflosigkeit vertreiben in Milch gekochte Zwiebeln. Vergorener Zwiebelsaft kann allergisch bedingtes Asthma bessern.

Allgemeine Hinweise

Zwiebeln können sowohl ein- als auch zweijährig sein. Das Zwiebellaub wird zwischen 60 und 120 cm hoch, dabei bildet die Pflanze einen Schaft mit grünlich-weißen Blüten in einer kugeligen Scheindolde. Die Zwiebel selbst entwickelt sich unter der Erde und wird geerntet, sobald das Laub abgestorben ist. Das ist etwa im Spätsommer. Man muss sie dann nur noch zum Abtrocknen auslegen. Zwiebeln schmecken in vielen Salaten, Saucen, Suppen und Eintöpfen. Als Gemüsebeilage lassen sie sich schmoren, backen oder grillen. Zwiebeln sollten bei nicht zu hoher Temperatur angebraten und auch geschmort werden, sie werden sonst dunkel und bitter. Kaum zu verhindern ist, dass Tränen beim Zwiebelschneiden fließen. Abhilfe: Am offenen Fenster arbeiten und während des Schneidens Wasser im Mund halten. Wem es nicht zu albern aussieht, der setzt eine Taucherbrille auf.