Geschichte und Vorkommen

Etwas Zimt und Hefeteig ergibt Franzbrötchen. Zumindest ist das in Hamburg so. Dort ist das „süße Gebäck“ nicht mehr von der Tagesordnung wegzudenken und hat sich über die Stadtgrenzen hinaus einen Namen gemacht. Wo Zimt allerorts nicht fehlen darf, ist zur Weihnachtszeit in Zimtsternen, im Lebkuchenteig oder im Punsch. Ebenso weitverbreitet ist sein Einsatz als Gewürzmischung z.B in Currys oder Garam Masala. All diese Beispiele zeigen, dass Zimt als Gewürz mit seinem würzig, herben und leicht süßlichem Geschmack in unseren Breitengraden eine lange Tradition hat und somit schon lange bekannt ist. Aber was genau ist Zimt eigentlich? Während Herodot 450 v. Chr. noch glaubte, dass er auf dem Grund von Seen wächst, so wissen wir heute um die Tatsache, dass Zimt die getrocknete Rinde der zweijährigen tropischen Äste des immergrünen bis zu 20 cm hohen Zimtbaumes ist. Man unterscheidet zwischen dem Ceylon Zimt (Cinnamomum verum; Kaneel) der aus Sri Lanka stammt und dem Cassia-Zimt (Cinnamomum cassia; Kassie) der ursprünglich aus China stammt und heute auch z.B. in Vietnam und Indonesien angebaut wird. Der Unterschied liegt im Geschmack. Während der Ceylon-Zimt duftig uns süß ist, so ist der Cassia-Zimt kräftiger und schärfer.
Früher hielt man den Zimt für wertvoller als Gold und balsamierte ägyptische Adlige mit ihm ein. Er kam in mittelalterlichen Krankenzimmern vermengt mit Nelken und Wasser zum Einsatz, um die Beulenpest abzuhalten und er wurde sowohl innerlich als auch äußerlich gegen diverse Krankheiten und Wehwehchen verabreicht, so z.B auch gegen Fusspilz.
Wem es bis heute also entgangen sein sollte, Zimt ist mehr als ein Gewürz und spielt eine ebenso große Rolle als Heilpflanze und ist ein anerkanntes Naturheilmittel.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Studien aus der heutigen Wissenschaft besiegeln seine antimikrobielle Wirkung. Somit bestätigt sich was unsere Vorfahren uns überlieferten und erklärt den breitgefächerten Einsatz von Zimt über bakterielle Infekte des Verdauungssystems bis hin zu Fusspilz. Besonders interessant ist jedoch seine Blutzuckersenkende Wirkung. Im Fachmagazin „Diabetes Care“ wurde schon 2003 das erstaunliche und erfreuliche Ergebnis veröffentlicht. Seine regulierende Wirkung auf den Blutzuckerspiegel und die einhergehende Verbesserung der Cholesterinwerte sind unabhängig von der Höhe der Dosierung. Eine kleine Menge von 1 Gramm pro Tag z.B in Form von Kapseln eingenommen, erzielt nach 40 Tagen seine Wirkung. Zwar stellt sich ein Erfolg schon etwas früher ein erhöht man die Dosis, allerdings ist der Langzeiteffekt wesentlich ausgeprägter bei einer geringeren Dosierung.
Diabetes ist oft an ein Übergewicht gekoppelt. Auch hier hat der Zimt eine regulierende Wirkung. Ein hoher Blutzuckerspiegel geht einher mit einem erhöhten Insulinspiegel und somit sieht der Körper keine Veranlassung Fette abzubauen. Kombiniert man nun eine gesunde Ernährung mit der Einnahme von Zimt, so läßt sich der Insulinspiegel senken und die Fettzellen des Körpers können ihre Reserven abgeben.
Fassen wir nun noch einmal zusammen, was der Zimt so alles zu leisten vermag. Er wirkt zusätzlich zu den schon erwähnten Punkten harntreibend, krampflösend, Menstruation abschwächend, schleimlösend, schmerzstillend, schweißtreibend und wärmend. Somit findet er Verwendung bei Appetitlosigkeit, Blähungen, Bronchitis, Erkältung, Fieber, Heiserkeit, Husten und Konzentrationsschwäche und mit Sicherheit ist die Liste noch ein wenig länger.
Ein Punkt soll hier zum Schluß noch erwähnt sein, denn der Geruch von Zimt bringt das Gehirn auf Trab. Genauer gesagt soll er unsere kognitiven Leistungen verbessern und auch gegen Alzheimer helfen können.

Allgemeine Hinweise zu Zimt

Kleiner Tipp: streut man Zimt auf Füße oder Schuhe, nimmt er jeden Schweißgeruch.
Und was beim Schweißgeruch klappt, funktioniert auch nach einem Gläschen Wein. Zimt soll ebenso den Geruch von und nach Alkohol mindern.