Geschichte und Vorkommen

Wussten Sie, dass die Vanillepflanze eine Orchidee ist? In tropischen Wäldern rankt sich die Kletterpflanze bis zu 60m an Bäumen empor. Von Juni bis August entwickeln sich aus Blüten die uns bekannten und bis zu 20 cm langen Vanilleschoten. Die grünen bis gelblichen Früchte werden noch unreif geerntet. Im Anschluss werden sie aufwendig fermentiert, erhalten dadurch ihre dunkle Färbung und entfalten so ihr typisches Aroma.
Vanille wurde in Mexico entdeckt und auf der französischen Insel Bourbon (Réunion) angebaut. Daher stammt auch der Begriff Bourbon-Vanille. Mittlerweile findet man sie in Ecuador, Brasilien, Bolivien, Sri Lanka, Madagaskar und Java. Da es nur in Mittelamerika die nötigen Insekten zur Bestäubung der Blüten gibt, werden sie andernorts mit einem Kaktusstachel bestäubt.
Vor allem als Zusatz bei Süßspeisen findet die Vanille Verwendung. Nach und nach gewinnt sie nun auch an Beliebtheit zur Verfeinerung von salzigen Speisen wie z.B. Gemüse.
Das die Vanille zudem auch als Heilmittel angewendet wurde und wird, ist meist noch unbekannt.
Aufzeichnungen aus dem 18. Jahrhundert beschreiben unterschiedliche Heilanwendungen mit Vanille. So waren zu damaliger Zeit unterschiedliche Verarbeitungsformen z.B. als Aufguss, Tinktur oder Pulver in Apotheken erhältlich.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Insbesondere dem Hauptaromastoff Vanillin werden unterschiedliche positive Auswirkungen zugeschrieben. So setzt man die Vanille z.B. zur Kräftigung des Organismus ein. Ihre entspannende und zugleich belebende Wirkung auf Körper und Psyche ist sanft und dennoch spürbar. Sie fördert die Verdauung und den Stoffwechsel und stärkt die Gallenproduktion.
Die stärkste Heilwirkung wird ihr bei Pilzbefall nachgesagt. Durch fungizide, antimikrobielle und entzündungshemmende Eigenschaften findet sie Anwendung bei Neurodermitis und Ekzemen.
Inwieweit die Vanille positiven Einfluss auf Krebstumore hat, wird derzeit noch erforscht.

Allgemeine Hinweise

Die natürliche Vanille hat eine ganz eigene Intensität und Heilwirkung. Sie verleiht dadurch vielen Speisen eine besondere Harmonie und ist zudem auch als Duft sehr beliebt. Man sagt ihr eine aphrodisierende Wirkung nach, die das männliche Geschlecht anlocken und zudem die Liebeslust steigern soll.
Nun noch ein kleiner Exkurs:
Das Imitat Vanillin reicht nicht annähernd an diese Heilwirkung und Intensität heran.
Da die Gewinnung von echtem Vanillin begrenzt und kostenintensiv ist, entstand ein großer Markt für die synthetische Herstellung von Vanillin. Ein naturidentisches und dabei synthetisches Vanillin läßt sich verhältnismäßig günstig z.B. bei der Papierherstellung aus Sulfitabfällen gewinnen. Nun gilt aber laut „Beratergremiums für umweltrelevante Altstoffe“ (BUA) der Gesellschaft Deutscher Chemiker künstliches Vanillin als krebserzeugend, DNS-Schäden verursachend und Chromosomen verändernd. Zudem sinkt die Konzentrationsfähigkeit und die Nervosität steigt. Unser Körper vermag chemische Stoffe bis zu einem gewissen Grad zu kompensieren, so dass am Ende die Menge entscheidend ist. Da künstliches Vanillin in vielerlei Hinsicht Verwendung findet wie z.B. in Süßigkeiten, Schokolade, Kuchen, Eis etc sammelt sich über die Jahre eine Menge in unserem Körper an. Somit lohnt es sich auf Produkte mit echter Vanille zurückzugreifen.