Geschichte und Vorkommen

Die Weinrebe (Vitis vinifera) gehört zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschen. Bei ihren Früchten – den Weintrauben – handelt es sich botanisch betrachtet um Beeren. Rund 10.000 Rebsorten sind bekannt, die grünlich-gelbliche oder rote bis blaurote Trauben mit etwas festerer Schale hervorbringen. Sie werden außerdem in Tafeltrauben zum Essen und Keltertrauben zur Herstellung von Wein unterschieden. Ursprünglich stammt die Weinrebe von der Wildrebe ab, wie sie im euroasiatischen Raum vorkam. Als Kulturpflanze wächst Wein heute weltweit dort, wo es nicht zu kalt und nicht zu heiß ist. Wann genau die Menschen begannen, aus Trauben Wein zu keltern, steht bis heute nicht fest. Da hilft auch die Bibel nicht weiter, in der nachzulesen ist, wie Noah einen Weinberg pflanzte und sich mit dem Wein betrank (Buch Genesis). Als sicher gilt, dass sich Mesopotamier und Ägypter bereits im 4. Jahrtausend vor Chr. an dem berauschenden Rebensaft labten. Dabei hat es sich vermutlich um junge, nur ganz kurz gegorene Weine gehandelt. Später lernten die Griechen und dann auch die Römer Wein kennen. Etwa im 2. Jahrhundert nach Chr. brachten sie den Weinbau an Rhein und Mosel und nach Frankreich. Erst viele Jahrhunderte später entdeckten Mediziner das „französische Paradoxon“: Obwohl die klassische französische Küche alles andere als leicht ist, sind Franzosen seltener herzkrank. Der Rotwein macht’s, zum Essen in kleineren Mengen getrunken schaltet er mögliche negative Wirkungen von gesättigten Fetten aus.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Neben den Vitaminen C sowie B1, B2, B6 und Folsäure enthalten Trauben auch Mineralstoffe wie Magnesium sowie die Spurenelemente Zink und Mangan. Dazu kommen jede Menge sekundärer Pflanzenstoffe, die als Antioxidantien wirken und der Gefäßverkalkung vorbeugen. Zu den wirksamsten gehören die Polyphenole. Sie sind vor allem in roten Trauben, in rotem Traubensaft und natürlich im Rotwein enthalten. Auch die Kerne in den Weintrauben sind wertvoll. Sie enthalten gesunde, mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie Linolensäure und den sekundären Pflanzenstoff OPC (Oligomere Proanthocyanidine). Es schützt unsere Blut- und Lymphgefäße. Die Herstellung von Rotwein mit Schalen und Kernen garantiert OPC auch darin. Weil Trauben verhältnismäßig viel Zucker enthalten, sollten Diabetiker sie mit Bedacht genießen.

Allgemeine Hinweise

Immer häufiger kommen kernlose Trauben mit hauchdünner Schale auf den Markt. Sie sind süßer und lassen sich bequemer naschen – ihnen fehlen aber auch die gesunden Inhaltstoffe, die gerade in der dicken Schale und in den Kernen von Trauben enthalten sind. In den letzten Jahren fand man bei Stichproben des Öfteren mit Pestiziden belastete Trauben. Deshalb ist es sinnvoll, ökologisch angebauten Früchten den Vorrang zu geben. Als Sultaninen werden die Trockenbeeren der goldgelben, sehr süßen Sultanatraube bezeichnet. Von der griechischen Hafenstadt Korinth haben die getrockneten dunklen Korinthen ihren Namen. Ein kulinarischer Genuss und aufgrund seiner mehrfach ungesättigten Fettsäuren auch sehr gesund ist kaltgepresstes Öl aus den Traubenkernen.