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Warum ist Tomatensaft im Flugzeug so beliebt?

Einer von fünf Passagieren trinkt im Flieger Tomatensaft, während das Getränk in Supermärkten ein Nischendasein fristet. Woran liegt das? Es existieren zahlreiche Erklärungsversuche: Der rote Saft macht satt und ist nahrhaft, beruhigt, lindert Flugangst oder befriedigt einfach den „Herdentrieb“. So beobachtet das Bordpersonal immer wieder eine Art Kettenreaktion: Bestellt sich eine Passagier Tomatensaft, wollen ihn plötzlich alle. 

Nach Auskunft von Ernährungsexperten schwirren über den Wolken vermehrt oxidative Substanzen herum, besser bekannt als freie Radikale. Dagegen soll Lycopin schützen, ein Stoff, der in Tomaten reichlich vorkommt. Durch Erhitzung wird noch mehr freigesetzt als in der Tomate ursprünglich vorhanden ist. Außerdem ist sie reich an den Vitaminen A und C. Bei Durchfall wird der Saft als natürliches Elektrolyt empfohlen. Und zwei Gläser am Tag sollen sogar vorbeugend gegen Krebs wirken. Vielleicht will sich der fluggestresste Körper unbewusst etwas Gutes tun. 

Ein anderer Erklärungsversuch klingt weniger plausibel. Durch den Unterdruck in Flugzeugen leiden die Geschmacksnerven, sind in 10.000 Meter Höhe weniger empfindlich. Der kräftige Tomatensaft, womöglich mit Salz und Pfeffer angerührt, sorgt in himmlischen Gefilden für eine willkommene Würze. Wissenschaftler haben im Übrigen herausgefunden, dass Tomatensaft Übelkeit lindert. Von Orangensaft, Apfelsaft und kohlensäurehaltigen Getränken wird in der Luft generell abgeraten, da sie Blähungen verursachen können.