Geschichte und Vorkommen

Aus Mexiko und Peru stammt die Tomate, die zur Familie der Nachtschattengewächse gehört. Sie hat zwei botanische Namen, Lycopersicon esculentum und Solanum lycopersicum. Wie die Pflanze selbst heißt auch ihre Frucht Tomate. Noch heute findet man in Peru verschiedene Wildarten, aus denen unsere Kulturtomate hervorgegangen sein könnte. Ende des 15. Jahrhunderts kam die Tomate durch spanische Eroberer nach Europa, und nicht einmal 100 Jahre später war sie bei den Italienern schon als essbare Frucht bekannt. Weil sie damals noch gelb war, nannte man sie liebevoll „pomodoro“, was Goldapfel bedeutet. Obwohl die Tomate damals noch nicht so schmeckte wie heute, bezahlten viele Männer Unsummen für nur ein Exemplar, denn den exotischen Früchten wurden aphrodisierende Kräfte nachgesagt (so kam die Tomate auch zu den Namen Liebesapfel oder Paradiesapfel, in Österreich Paradeiser). Züchtungen über zwei Jahrhunderte machten die Tomate röter, saftiger und schmackhafter, so dass sie zum Lieblingsgemüse der Italiener avancierte. Heute wird die Tomate in verschiedenen Formen und Farben nahezu weltweit angebaut. Damit ihre Früchte gut reifen, benötigen sie Sonne und Wärme, also einen gut geschützten Standort. Tomaten sind das ganze Jahr über im Handel, entweder als Freilandware oder aus dem Gewächshaus.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Obwohl Tomaten zu 94 Prozent aus Wasser bestehen, sind sie reich an Vitamin C, E und Provitamin A. Dazu kommen noch Folsäure und Niacin. An Mineralstoffen enthalten sie viel Kalium, sowie geringe Mengen an Phosphor, Magnesium, Calcium und Natrium, außerdem die Spurenelemente Eisen, Kupfer und Mangan. Am wichtigsten sind jedoch die vielen roten Pflanzenfarbstoffe (Karotinoide). Zu ihnen gehören das Betakarotin und das Lycopin. Betakarotin schützt einerseits die Tomate vor der Sonne und den UV-Strahlen und schafft das zum anderen auch bei der Haut von uns Menschen. Lycopin wirkt zellschützend und senkt das Krebsrisiko – das belegen viele Studien. Jedoch wird es vom Körper besser aufgenommen, wenn die Tomaten bereits verarbeitet wurden, z.B. als Tomatenmark, -saft oder -suppe. Außerdem lässt sich mit dem Verzehr von Tomaten das Herzinfarktrisiko senken. Da sie zudem noch den Stimmungsmacher Tyramin enthalten, kann man sie nicht oft genug essen.

Allgemeine Hinweise

Mehr als 1000 verschiedene Tomatensorten sind heute bekannt – allein ihre Farbpalette reicht von rot, orange und gelb über braun bis fast schwarz. Auch in ihrem Aroma unterscheiden sich die Beerenfrüchte, manche sind süß, andere eher säuerlich. Heute werden im Handel hauptsächlich runde Tomaten, Baum- oder Strauchtomaten, große Fleischtomaten, längliche Eiertomaten und kleine Kirsch-, Party- oder Cocktailtomaten angeboten. Tomaten schmecken einfach so, in Salaten, Suppen, Saucen und als Saft. Wichtig ist, dass Sie keine unreifen Tomaten verwenden, erkennbar an ihrer grünen Farbe. Sie enthalten Solanin, das in großen Mengen giftig ist. Grüne Stellen und grüne Stielansätze lassen sich bei der Zubereitung einfach entfernen.