Arten, Extrakt, Synonyme

grün, schwarz, weiß

Geschichte und Vorkommen

Als Tee werden im Allgemeinen die getrockneten jungen Blätter und Blattknospen des Teestrauchs (Camellia sinensis) bezeichnet. Der lateinische Name verrät, dass es sich dabei um eine Kamelienart handelt. Im Chinesischen trägt er den Namen „lüchà“. Im Gegensatz zum Schwarztee behält grüner Tee, wenn er haltbar gemacht wird, seine Farbe. Die dunkle Farbe des schwarzen Tees entsteht beim Fermentieren. In den Gärkammern verfärben sich die Teeblätter rotbraun bis schwarz. Die Geschichte des grünen Tees ist sehr viel älter als die des schwarzen und begann vor fast 5000 Jahren in China. Allerdings wurde die Pflanze damals für Heilzwecke genutzt, etwa zur Behandlung von Kopfschmerzen, Mattigkeit und sogar Sehschwäche. Lao-Tse, der Begründer des Taoismus, schätze Tee als Stärkungs- und Erfrischungsgetränk. Etwa 500 n.Chr. brachten buddhistische Mönche den grünen Tee nach Japan. Die Formen der Teezubereitung haben sich im Laufe der Geschichte mehrfach geändert. Mal wurde der zu Ziegeln gepresste Tee zu Pulver gerieben und mit kochendem Wasser überbrüht (wie heute noch in Japan). In der Song-Dynastie kamen die Teeblätter nach dem Dämpfen und Trocknen zum Mahlen in Steinmühlen. Während der Ming-Dynastie wurden die Teeblätter mit heißem Wasser übergossen – die heute meist übliche Form der Zubereitung. In Europa spielte Tee erst im Laufe des 17. Jahrhunderts eine bedeutendere Rolle. Die Teepflanze gedeiht am besten in Höhen bis 2000 m bei durchschnittlichen 18–19 °C. Neben etwa vier Sonnenstunden täglich benötigt sie viel Feuchtigkeit, der Grund, weshalb Tee vor allem in asiatischen Ländern mit Tropenklima kultiviert wird.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Grüner Tee enthält die Vitamine A, B1, B2, B12 und C. An Mineralstoffen sind Calcium, Kalium, Phosphor, Magnesium, Kupfer, Zink, Nickel und Fluor vorhanden. Letzteres härtet den Zahnschmelz und schützt vor Karies. Die sekundären Pflanzenstoffe (Polyphenole) im Grüntee schützen vor freien Radikalen und unterstützen Entgiftungsprozesse. Gerbstoffe – sie wirken beruhigend auf Magen und Darm – kommen im grünen Tee mehr vor als im schwarzen. Der Grund ist die fehlende Fermentierung. Bei dieser Verarbeitung werden Anteile der Gerbstoffe in Koffein umgewandelt, was Schwarztee koffeinhaltiger macht als Grüntee. Dank seines hohen Polyphenol-Gehalts beugt grüner Tee Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor, senkt den Blutdruck und stärkt das Immunsystem. Dass er auch krebsvorbeugend wirkt, haben Japaner mit der Entdeckung der Substanz EGCG (Epigallocatechingallat) bewiesen. In Kombination mit den anderen Inhaltsstoffen des Getränks wirkt EGCG der Entwicklung von Darmtumoren sowie Krebsmetastasen in Lunge, Magen, Leber und der Haut entgegen.

Allgemeine Hinweise

Die Teepflanze erreicht vollkommen frei von Stützen eine Höhe von bis zu 20 Metern. Sie hat weiße Blüten und grüne Früchte, die jedoch nicht genutzt werden. Von den dunkelgrünen und leicht ledrigen Blättern werden jeweils nur die beiden jüngsten Blätter sowie die Knospe der Pflanze gepflückt (Pflückregel: „two leaves and a bud“).
Wichtig bei der Zubereitung von Grünem Tee: Nach dem Aufkochen das Wasser erst auf 70–75 °C abkühlen lassen, da der Tee sonst bitter wird. Pro 100 ml Wasser reicht ein gestrichener Teelöffel, der etwa 2 Minuten ziehen sollte.