Geschichte und Vorkommen

In Asien hat Stutenmilch als Heilmittel eine lange Tradition. Die Chinesen nutzten die magen- und darmfreundliche Milch der Pferdemütter schon vor 3000 Jahren. Das Getränk hatte den Ruf, die Gesundheit zu fördern und zu enormen Kräften zu verhelfen. Alexander der Große etwa befahl seinen berittenen Soldaten, täglich ihre Ration Stutenmilch zu trinken, um unbesiegbar zu werden. Auch Griechen, Römer, Araber, Hunnen und Mongolen schätzten die kostbare Flüssigkeit als Kraftbringer. Die ägyptische Königin Kleopatra nutzte die Stutenmilch für die Schönheitspflege: Sie badete täglich in Stutenmilch. Erst wenn ein Fohlen sechs bis acht Wochen alt ist und neben Milch auch festes Futter wie Heu fressen kann, können die Stuten auch gemolken werden. Dafür werden Mutter und Kind bis zum Abend voneinander getrennt, kommen dann aber wieder zusammen. Das ist wichtig, weil Stuten anders als Kühe nur dann Milch geben, wenn sie immer wieder Kontakt zu ihrem Nachwuchs haben.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Stutenmilch ist der menschlichen Muttermilch ausgesprochen ähnlich. Allerdings enthält sie weniger Folsäure und Fett und ist deshalb auch kein Muttermilchersatz für menschliche Babys. Stutenmilch ist magerer als Kuhmilch, dagegen weist sie mehr Molkeeiweiß und Milchzucker auf – der Grund für ihren süßlich-nussigen Geschmack. Außerdem enthält Stutenmilch eine große Menge an mehrfach ungesättigten Fettsäuren sowie die Vitamine A, B1, B2, B6, B12, C und E. An Mineralstoffen liefert sie Calcium, Magnesium, Phosphor und Eisen. Jüngere Studien der Universität Jena beweisen, dass eine mehrere Wochen dauernde Stutenmilchkur bei chronischen Darmerkrankungen hilft und die Beschwerden bei Hauterkrankungen wie Neurodermitis lindert. Sie wirkt zudem antibakteriell, durchblutungsfördernd und stärkt das Immunsystem. Kosmetikprodukte mit Stutenmilch spenden Feuchtigkeit und regen den Stoffwechsel der Haut an. Die Milch kommt tiefgefroren als Rohprodukt oder in Form von Kapseln, Cremes, Bäder und Lotionen in den Handel.

Allgemeine Hinweise

Eine Stutenmilchkur sollte mindestens vier bis sechs Wochen dauern. Dabei trinkt man den täglichen Viertelliter morgens auf nüchternen Magen oder abends vor dem Schlafengehen. Tiefgefrorene Milch lässt sich am besten im lauwarmen Wasserbad auftauen. Sie sollte nicht über 40 °C erwärmt werden. Um wie Kleopatra in Milch zu baden, ist es übrigens nicht nötig, die ganze Wanne damit zu füllen. Das wäre ein teures Vergnügen. Immerhin kostet ein Viertelliter bis zu 3 Euro. Es reicht, etwa diese Menge naturbelassener Stutenmilch unverdünnt auf der Haut zu verteilen und anschließend für max. 25 Minuten in 38 °C warmes Wasser zu steigen. Dann steht einem Vergleich, zumindest was die streichelzarte Haut betrifft, mit der schönen Königin nichts mehr im Wege.