Geschichte & Vorkommen

Von der indigenen Bevölkerung Paraguays wird die Stevia-Pflanze (Stevia rebaudiana) bereits seit über 500 Jahren zum Süßen von Kräutertees genutzt. Daher stammt auch der Name „Süßkraut“, mit dem sie die Blätter der Pflanze bezeichnen. Denn die Süßkraft der grünen Blätter ist beachtlich. Sie sind 300mal süßer als Zucker und besitzen weder Kalorien, noch sind sie insulingängig und verursachen nicht einmal Karies. Diesen enormen Vorteilen ist es zuzuschreiben, dass Stevia in der Lebensmittelindustrie in jüngster Zeit eine enorme Popularität erlangte und das aus ihr gewonnene Süßmittel Steviolglycoside folgerichtig den Titel als stärkster natürlicher Zuckerersatzstoff verdient. Seit einigen Jahren ist Stevia nun auch in Europa als Süßungsmittel zugelassen. Die Verzögerung ist den ausgiebigen Tests bezüglich der Sicherheit zuzuschreiben. Um den hohen Bedarf und die steigende Nachfrage zu decken, wird die frostunverträgliche Pflanze, die zur Familie der Korbblütler zählt, mittlerweile in zahlreichen wärmeren Regionen der Erde angebaut. Zum Keimen benötigen die Samen nämlich eine regelmäßige Temperatur von etwa 22 Grad. Mit circa 75% der Weltproduktion hält China dabei die Führung. Im Hochland Paraguays, der urspürnglichen Heimat der Stevia-Pflanze, gibt es bis heute natürliches Vorkommen.

Inhaltsstoffe, Wirkung & Anwendung

Stevia wirkt nicht nur süßend, sondern besitzt darüber hinaus antioxidative, sowie antimikrobielle Eigenschaften. Zu den Inhaltsstoffen zählen Steviol, Steviolglycoside, wie zum Beispiel Steviosid, Rebaudiosid A und C und Dulcosid A, Proteine und Fettsäuren (u.a. α-Linolensäure). Hinzu kommen Mineralstoffe, wie Kalium oder Calcium, Vitamine (u.a. Vitamin C und Folsäure) und Flavonoide.
Stevia wird vor allem als Süßstoff (Steviolglycoside) verwendet, aber findet auch Anwendung in der Kosmetik. Die Stevia-Blätter oder Extrakte daraus werden häufig für Hautpflegeprodukte genutzt. Den Haushaltszucker wird Stevia jedoch nicht vollkommen ersetzen können, unter anderem, weil er nicht backfähig ist.

Allgemeine Hinweise zu Stevia

Entgegen häufiger Behauptungen, handelt es sich bei Steviolglycoside nicht um künstliche „Chemie“, sondern um einen völlig natürlichen Stoff. Steviolglycoside sind natürliche Bestandteile der Blätter der Stevia-Pflanze, die lediglich extrahiert und aufgereinigt, jedoch in keinster Weise chemisch verändert werden. Die Gewinnung von Steviolglycosiden ist ein mehrstufiger physikalischer Prozess, der analog auch bei der Gewinnung von Zucker durchgeführt wird. Dabei verwendete Hilfsstoffe wie Kalk und Ethanol werden anschließend wieder entfernt, sodass ein hochreiner Extrakt übrig bleibt.