Geschichte und Vorkommen

Die blaugrüne Spirulina gehört zu den Süßwasseralgen. Der botanische Name bedeutet „kleine Spirale“ – entstanden aus der spiralförmigen Struktur der frei im Wasser schwimmenden, etwa 0,3 bis 0,5 Millimeter kleinen Mikropflanze. Schon die Azteken und Mayas wussten um den gesundheitlichen Wert dieser Alge, die auch heute noch im Texcoco-See in Mexiko wächst. Sie verwendeten die Spirulina als eine Art „Supernahrung“, weil sie schnell Energie gibt und das Ausdauervermögen steigert. Als die alten Kulturen Zentralamerikas im 16. Jahrhundert infolge der spanischen Besatzung untergingen, geriet auch die Spirulina in der Vergessenheit. Erst 1964 wurde die kostbare Alge von dem belgischen Botaniker Jean Leonard wieder neu entdeckt. Ausführliche Untersuchungen ergaben, dass die Spirulina zu den reichhaltigsten pflanzlichen Eiweiß-, Vitamin- und Mineralstoffquellen gehört. Auf der Welternährungskonferenz 1997 wurde dieser Schatz der Natur zur besten alternativen Nahrungsquelle der Zukunft erklärt. Da die Spirulina-Alge nur in stark alkalischem Wasser (pH-Wert ca. 9-11) gedeiht, wächst sie wild nur im mexikanischen Texcoco-See sowie im afrikanischen Tschad-See. Heute wird sie in speziellen Wasserfarmen in subtropischen Gebieten kultiviert. Bedeutende Farmen befinden sich auf Hawaii, in Kalifornien, Thailand, Indien und China.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Hochwertiges Eiweiß ist der wichtigste Bestandteil der Spirulina, er beträgt bis zu 70 Prozent. Es enthält alle für den Menschen wichtigen Aminosäuren. An Mineralstoffen und Spurenelementen kommen vor allem Eisen und Kalzium sowie Kalium, Magnesium, Mangan, Phosphor, Selen und Zink hinzu. Auch Vitamine bietet die Alge: B1, B2, B12, C, E, Betakarotin, Niacin und Folsäure. Und zu guter Letzt sind auch noch mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie Omega-3- und Omega-6-Fettsäure enthalten. Sie helfen, Bluthochdruck und Cholesterinspiegel zu senken und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen. Spirulina kurbelt im Körper die Produktion neuer Blutzellen an. In Russland wird sie zur Behandlung von Erkrankungen durch radioaktive Strahlung eingesetzt. Langjährige Forschungen lassen hoffen, dass Spirulina vor Krebs schützen und Viruserkrankungen verhindern oder eindämmen kann.

Allgemeine Hinweise

Im Handel ist Spirulina als Pulver oder in Tablettenform erhältlich und wird hauptsächlich zur Verbesserung der allgemeinen Gesundheit verkauft. Dass die Alge auch helfen soll, überflüssige Pfunde auf Dauer loszuwerden, konnte wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden.