Geschichte und Vorkommen

Die Wildform des Selleries (Apium graveolens) stammt aus dem Mittelmeerraum und war bereits als Nahrungsmittel und Grabbeigabe im alten Ägypten bekannt. Homer erwähnte das Kraut in der „Odyssee“. Griechische Sieger wurden mit Selleriegrün gekränzt. Zudem hatte Sellerie im antiken Griechenland den Ruf, die Manneskraft zu stärken, eine Eigenschaft, die sich im Volksglauben bis heute gehalten hat. Die Römer pflanzten das Knollengemüse auf ihre Gräber, Speisen mit Sellerie gehörten außerdem zu jedem Leichenschmaus. Im frühen Mittelalter kam der Sellerie als Kulturpflanze nach Mitteleuropa. Blätter und Blüten wurden allerdings vor allem zur Herstellung von Arzneien verwendet, deshalb war er nicht wie heute in Gemüse-, sondern in Klostergärten zu finden. Im 16. Jahrhundert tauchte er in fast allen Kräuterbüchern auf. Erst seit dem 18. Jahrhundert bauten Bauern Sellerie als Gemüse an.
Das würzige Gemüse kommt wild in fast allen Küstengebieten Europas vor. Als Knollen- oder Wurzelsellerie (A. gr. var. rapaceum), als über der Erde wachsender Stangen-, Stauden- oder Bleichsellerie (A. gr. var. dulce) und als Schnittsellerie (A. gr. var. secalinum) wird er in Deutschland sowie in vielen anderen europäischen Ländern angebaut.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Besonders Wildsellerie ist reich an Vitamin C, bei den gezüchteten Sorten kommt es hauptsächlich in den Blättern vor. Knollen- und Stangensellerie enthalten reichlich Vitamine B6, E sowie Folsäure und die Mineralstoffe Kalium und Calcium. Stangensellerie enthält dazu beachtliche Mengen Mangan und Betakarotin. Alle Pflanzenteile liefern ätherische Öle, Flavonoide sowie Terpene. In Sachen Kaliumgehalt gehört Sellerie zu den Spitzenreitern unter den Nahrungsmitteln. Wir benötigen diesen Mineralstoff für unsere Muskeltätigkeit und unseren Wasserhaushalt – Sellerie wirkt harntreibend. Die ätherischen Öle, die dem Gemüse seinen würzigen Geruch geben, regen den Stoffwechsel an. Die zu den sekundären Pflanzenstoffen gehörenden Terpene benötigt die Pflanze, um Pilze und Bakterien abzuwehren. Ebenso wirken diese Substanzen beim Menschen. Sie töten Bakterien im Mund- und Rachenraum, helfen beim Entgiften in Leber und Darm und desinfizieren die Harnwege. Sellerie kann allerdings auch Allergien auslösen.

Allgemeine Hinweise

Sellerie gehört zur Familie der Doldenblütler. Die weißen Blütendolden erscheinen jedoch nur bei mehrjährigen Pflanzen – da die Pflanze frostempfindlich ist, wird sie bei uns aber meist nur einjährig kultiviert. Stangensellerie passt in Salate und lässt sich gut als Rohkost mit einem Dipp knabbern. Sellerieblätter eignen sich zum Würzen von Saucen, Salaten, Suppen und Eintöpfen. Sellerieknollen, die im Durchmesser bis zu 20 cm dick werden, haben eine bräunliche, derbe Schale. Sie muss vor der Zubereitung entfernt werden. Wie klein die geschälte Knolle geschnitten wird, hängt von der Zubereitung ab: In dicke Scheiben, um sie zu kochen und danach zu braten. In Würfel, um Püree oder eine Suppe zuzubereiten. In Stifte für eine Suppeneinlage oder für asiatische Gerichte. Hier gilt, je kleiner, um so aromatischer und um so kürzer die Garzeit. Im Kühlschrank hält sich Sellerie einige Wochen.