Geschichte und Vorkommen

Gleich zwei Pflanzenarten mit dem Namen Schwarznessel gibt es. Zum einen Ballota nigra L, die auch Stinknessel oder Schwarzer Andorn genannt wird und aus Europa stammt. Zu finden ist sie an Wegrändern, Mauern und auf Schuttplätzen, ähnlich wie die Brennnessel. Über ihre Geschichte ist nicht viel bekannt, außer dass sie in früheren Zeiten als Beruhigungsmittel eingesetzt wurde. Auch die Perilla frutescens wird zu deutsch als Schwarznessel bezeichnet. Diese kostbare Pflanze ist in Ost- und Südostasien heimisch und wird in der traditionellen chinesischen Medizin seit Jahrhunderten unter anderem als Husten- und Asthmamittel eingesetzt. Die Perilla hat außerdem einen festen Platz in der asiatischen Küche. Sie verfeinert Fisch- und Fleischgerichte sowie Gemüse. In Japan sind die frischen Blätter ein klassisches Sushi-Gewürz. Sie haben einen zitronenartigen, süßlichen Geschmack.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Besonders das in der asiatischen Schwarznessel enthaltene ätherische Öl ist von großer Bedeutung. Mit seinem hohen Anteil an essenziellen Fettsäuren kann es die Cholesterin- und Triglyceridkonzentration im Blut senken. Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen außerdem antiallergene, antimikrobielle und entzündungshemmende Eigenschaften. Aus den Samen der Pflanze wird ein aromatisches Öl gewonnen, das wertvolle Omega-3-Fettsäuren enthält. Das in der europäischen Ballota nigra L. enthaltene Öl hat hingegen einen unangenehmen Geruch. Obwohl die Pflanze heute kaum noch zu Heilzwecken verwendet wird, sagt man ihr eine beruhigende und krampflösende Wirkung nach. Sie wurde früher vorwiegend äußerlich angewendet, Tee von ihr zu trinken, kostete wegen des unangenehmen Geschmacks eine zu große Überwindung.

Allgemeine Hinweise

Die mehrjährige Ballota nigra L. hat ovale, gezähnte Blätter und einen kurzen, kriechenden Wurzelstock. Sie wird bis zu 90 cm hoch, ihre Blütenblätter sind zartrosa bis purpurfarben. Wegen ihres unangenehmen Geruchs wird sie vom Vieh gemieden. Ganz anders Bienen und Hummeln: Sie lieben den Nektar der Blüten. Wie die europäische Schwarznessel ist auch die asiatische ein Lippenblütler, von der es in Japan und China viele Kulturformen gibt. Eine japanische Variante heißt „shiso“, hat rote oder grüne krause Blätter, die nach Litschi oder Schwarze Johannisbeere duften. Blüten bildet die Perilla erst im September. Sie verträgt zwar keinen Frost, übersteht aber noch Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt. In der Küche können die Blätter der Pflanze ähnlich wie Basilikum verwendet werden. Auch Pesto lässt sich mit ihnen zubereiten.