Geschichte und Vorkommen

Die Schisandra ist eine vorwiegend im Norden Chinas vorkommende Kletterpflanze, deshalb lautet ihr botanischer Name auch Schisandra chinensis. Andere Bezeichnungen sind Chinesisches Spaltkörbchen, Chi-Beere und Fünf-Geschmacks-Frucht.
In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) gilt Schisandra als eine der wichtigsten Heilpflanzen. In Schriftrollen wird sie bereits im 2. Jahrhundert unserer Zeitrechnung erwähnt. Auch Japaner, Koreaner und Russen nutzen sie schon seit ewigen Zeiten, denn auch dort wächst die Kletterpflanze mit ihren vielfältigen Wirkungen. In Europa ist die Schisandra erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts bekannt. Die bis zu 6 m hohe Kletterpflanze gedeiht an einem leicht beschatteten, geschützten Standort, zum Beispiel einer Hauswand oder einer Pergola, benötigt aber in jedem Fall eine Kletterhilfe.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Sowohl die Beeren als auch Samen, Blätter, Wurzeln und Rinde der Schisandra können genutzt werden. Die Beeren enthalten die Vitamine C, B6 und E, Provitamin A sowie Mineralstoffe, Spurenelemente, Zucker, ätherische Öle und wichtige sekundäre Pflanzenstoffe. Zu letzteren gehören auch die Lignane, die in ihrer Struktur den weiblichen Geschlechtshormonen ähneln. Sie sollen krebsvorbeugend wirken, vor allem bei Brust- und Prostatakrebs. Der Schisandra wird eine sowohl beruhigende als auch aphrodisierende Wirkung nachgesagt. In der chinesischen Medizin kommt sie bei Asthma, Depressionen, Husten, Stressbelastung, Herzklopfen und Schlaflosigkeit sowie bei frühzeitigem Samenerguss, sexueller Unlust und zur allgemeinen Stärkung zum Einsatz. Sie kann als Tee von getrockneten Früchten und als Extrakt aus der Apotheke eingenommen werden.

Allgemeine Hinweise

Die schmalen, grünen Blätter der Schisandra sind bis zu 12 cm lang, kurz zugespitzt, besitzen einen rötlichen Blattstiel und färben sich im Herbst gelb. Es gibt sowohl männliche als auch weibliche sowie selten auch zwittrige Pflanzen. Sie haben gelbliche bis leicht rosa Blüten, die angenehm duften. Aus der weiblichen Blüte entwickelt sich eine bis zu 12 cm lange, ährenähnliche Sammelfrucht mit bis zu 25 roten, saftigen Beeren. Die Beeren sind essbar und schmecken von süß, sauer, scharf, bitter bis salzig. Das ist der Grund dafür, dass die Schisandra auch als „Fünf-Geschmacks-Frucht“ bezeichnet wird. Allerdings ist dieser Geschmack für die mitteleuropäische Zunge etwas gewöhnungsbedürftig. Außer zu Tee lassen sich die Früchte auch zu Sirup, Konfitüre und Kompott verarbeiten.