Beschreibung, Geschichte und Vorkommen

Könnte es sein, dass die Schafgarbe etwas mit Schafen zu tun hat? Hat sie! In diesem Fall haben nämlich die Menschen von den Tieren gelernt. Hirten sollen beobachtet haben wie kranke Schafe vermehrt Schafgarbe gefressen haben und sich damit heilten. So lassen sich auch leicht die bevorzugten Standorte dieser 20-80 cm hohen Pflanze klären. Sie liebt Wiesen, Weg – und Ackerränder. Einzig wichtig: sonnig und trocken müssen sie sein. Ihre Blüten im Hochsommer sind in den meisten Fällen weiß, wobei es auch zart-rosafarbene gibt. Bis zum Ende des Herbstes hält sie ihre Blüten, manchmal sogar bis nach den ersten Frösten.
Als ein weitaus romantischerer Name und auch durchaus älterer wäre „Die Augenbraue der Venus“ zu nennen. Dieser Name ist ein wirklich schönes Kompliment, da er besagt, dass die filigranen Blätter perfekt in das bezaubernde Gesicht der Göttin der Liebe passen. Unter dem Namen „Supercilium Veneris“ (Augenbraue der Venus) findet man schon handschriftliche Aufzeichnungen aus dem frühen Mittelalter. Zudem gibt dieser Name noch einen weiteren Aufschluss, da Pflanzen die nach Göttinnen benannt sind immer Heilpflanzen für Frauen sind. Somit ist die Schafgare ein altes Frauenheilkraut.
Dem nicht genug, gibt es noch eine Sage nach der die Fähigkeit der Schafgarbe zur Wundheilung schon im Altertum durch Achilles bekannt gewesen sein soll. Achilles, ein Held aus der griechischen Mythologie, soll der Sage nach von einem Heilkundigen auf ihre Kräfte hingewiesen worden sein. Dieser Geschichte verdankt sie wohl auch ihr Synonym „Achilleskraut“. Ob die in der Sage erwähnte Pflanze tatsächlich die bei uns bekannte Schafgarbe war, ist nicht ganz sicher. Was wir aber wissen ist, dass viele Generationen Wunden mit der Schafgarbe geheilt haben, insbesondere Wunden, die durch Eisen entstanden waren. In Frankreich wurde sie aus dem Grund „herbe des charpentiers“ (Kraut der Zimmerleute) genannt, da in diesem Berufsstand oft Verletzungen durch Äxte, Hämmer, Sägen usw. vorkamen. Im Laufe der Zeit hat sie es geschafft eine klassische Heilpflanze zu werden und macht diesem Begriff alle Ehre. In die Riege der beliebten Küchenkräuter ist die Schafgarbe wiederum nie aufgestiegen.

Wirkung und Anwendung

Zerreiben wir Blatt oder Blüte der Schafgarbe zwischen den Fingern strömt uns ein aromatischer Duft entgegen und wir können spüren, dass sie erwärmend und entkrampfend wirkt.
Ihrem ätherischen Öl haben wir diese Tatsache zu verdanken. Es enthält eine Vorstufe des Azulens, ein azurblaues ÖL welches erst durch Wasserdampfdestillation entsteht. Außerdem enthält sie Bitterstoffe, Gerbstoffe, Akonitsäure, Kalium, Asparagin, Inulin, Harz, Nitrate und vieles vieles mehr. Sie wirkt entzündungshemmend, krampflösend, die Abwehr steigernd, ausgleichend auf die Nerven, anregend, blutstillend, blutbildend, blutreinigend und antiseptisch. Desweiteren wirkt sie gegen Völlegefühl, hat einen positiven Effekt bei Magen-, Darm- und Gallebeschwerden und hilft bei Blasenentzündungen. Ihre wundheilenden Kräfte helfen äußere wie innere Blutungen beispielsweise der Nase, der Lunge, der Nieren oder des Darms zu stillen. Sie hilft bei Krämpfen während der Periode, bei Zwischenblutungen, zu schwacher und zu starker Regelblutung und in den Wechseljahren gleicht sie aus und lindert eine übermäßige Schweißbildung. Was vielleicht schon aufgefallen sein dürfte die Schafgarbe kann eine entgegengesetzte Wirkung haben. In vielen Fällen heilt sie sowohl zu starkes als auch zu schwaches,.
Sie findet Verwendung als Tee, Tinktur, Frischsaft, Bad, Kompresse und Wein.

Allgemeine Hinweise

Vielleicht haben sie davon schon einmal gehört? Die Schafgarbe wurde früher anstelle von Hopfen zum Bierbrauen genutzt.