Beschreibung, Geschichte und Vorkommen

„Wilder deutscher Olivenbaum“, lateinisch Oleaster germanica, wurde der Sanddorn bis ins 16. Jahrhundert genannt. Passender erscheint jedoch der Niederdeutsche Name „Duyn-bessie“ oder „Duyn-dorn“, also „Dünenbeere“ oder „ Dünendorn“. Schließlich wuchs die Beerenfrucht schon vor hunderten von Jahren vor allem auf den sandigen Dünen an Nord- und Ostseeküste – noch heute ein wichtiger Aspekt beim Küstenschutz, denn Sanddorn kann zur Bodenbefestigung gepflanzt werden und Erosionen entgegenwirken. In Deutschland ist der dornige Strauch auch unter den Bezeichnungen Meerdorn, Stranddorn, Fasanbeere oder Korallenbeere bekannt. Sandig ist an ihm also nur der Boden, auf dem er wächst.

Wirkung und Anwendung

Neben reichlich Vitamin C liefern die säuerlichen Beeren des Sanddorns viele B-Vitamine, fettlösliche Vitamine, wie Vitamin A und das für den Zellschutz wichtige Vitamin E. Das Fruchtfleisch ist reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren und enthält eine Fülle verschiedener Mineralstoffe wie Kalzium, Eisen und Magnesium. Durch den Mix der wertvollen Inhaltsstoffe wirkt Sanddorn immunstärkend, stoffwechselanregend und findet auch bei Darm- und Magen-Schleimhautentzündungen Anwendung. Aus dem Sanddornfruchtfleisch wird Öl gewonnen. Es ist reich an Omega-7-Palmitoleinsäure, einer Komponente der Haulipide. Deshalb wird es zur Behandlung von geschädigter Haut und geschädigten Schleimhäuten empfohlen. Aufgrund der antioxidativ wirksamen Tocopherole und Carotinoide eignet sich das Öl gut als Inhaltsstoff für Sonnenschutzmittel. Öl wird auch aus den Samen der Beeren gewonnen. Diese haben einen sehr hohen Anteil an Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Sie können den Feuchtigkeitshaushalt und die Membranfunktion der Haut unterstützen und Faltenbildung sowie atopische Dermatitis und Hautunreinheiten beeinflussen.

Allgemeine Hinweise

Der Sanddornstrauch ist ein silber-graugrüner Strauch mit Dornen, der bis zu fünf Meter hoch werden kann. Sanddornbeeren sind erbsengroß, rot-orange bis gelb. Für den direkten Frischverzehr sind sie aber nicht geeignet. Meist werden die Beeren als Nektar, Saft, Tee, Sirup, Mus, Brotaufstrich oder Bonbon angeboten. Generell gilt jedoch, je weniger der Sanddorn verarbeitet ist, desto besser ist seine Wirkung. So enthält zum Beispiel reiner Sanddornsaft einen hohen Wirkstoffanteil. Drei bis vier Esslöffel Saft jeden Tag reichen für den täglichen Vitamin-C-Bedarf und zur Vorbeugung und Stärkung des Immunsystems völlig aus.