Beschreibung, Geschichte und Vorkommen

Salbei ist Programm und das in vielerlei Hinsicht. Kommt er uns sofort bei Halsschmerzen in den Sinn, so präsent ist er auf der anderen Seite bei einem gedanklichen Ausflug in die italienische Küche. Salbei in Butter erhitzen, Pasta und Käse dazu… Fertig ist das Urlaubsfeeling. Davon abgesehen passt er selbstverständlich auch zu Fisch und Fleisch, Risotto und Gemüse. In wärmeren Ländern, wo die Blütenpracht entsprechend üppiger ausfällt, produzieren fleißige Bienen zudem einen köstlichen Salbeihonig.
So kommt es nun, dass der Salbei uns sowohl als Heilpflanze als auch in Gewürzform Gutes tut und eines der beliebtesten Kräuter ist. Ersteres wohnt schon seinem botanischen Namen inne. Dieser leitet sich nämlich aus dem Lateinischen („salvare“ = heilen) ab. Seinen Ursprung hat der immergrüne bis zu 80 cm hohe Strauch im Mittelmeerraum, genauer gesagt in Dalmatien. Somit bevorzugt er auch bei uns heiße und trockene Standorte. Beste Erntezeit der leicht bitter schmeckenden Blätter ist vor der Blüte, die von blau über violett variiert. Seine Geschichte reicht weit zurück. So wurde schon von den Römern Salbeitee bei fiebriger Erkältung und zur Stärkung des Nervensystems getrunken und sogar bei Schlangenbissen vertraute man auf seine Heilkraft. Bevor die Zahnbürste erfunden wurde, benutze man ein um den Finger gewickeltes Salbeiblatt um Zähne von Belägen und Bakterien zu reinigen und einen guten Atem zu bekommen. Und was sich lange bewährt, hat auch heute noch Bestand. So kommt es, dass wir noch immer beim ersten Anflug einer Erkältung zu Salbeitee greifen und es sich empfiehlt bei Entzündungen im Mund oder Hals täglich mehrmals mit Salbeitee zu gurgeln. Außerdem soll der Tee bei Magen- und Darmbeschwerden zum Beispiel nach einer Antibiotika-Therapie beruhigend wirken. So wundert es nicht, dass schon im 13. Jahrhundert an der ältesten Fakultät Europas in Salerno gelehrt wurde, „Wie kann ein Mensch sterben, in dessen Garten Salbei wächst?“.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Schon früh wußte man also um die Wirkung von Salbei, die heute wissenschaftlich nachgewiesen ist. Was ihn so wertvoll für unsere Atemwege und unsere Zähne samt Rachenraum macht und woher er seine schweißhemmende Wirkung hat, verraten uns seine Inhaltsstoffen. Diese befinden sich in seinen Blättern und dazu zählen etherische Öle mit den Hauptkomponenten Thujon, Borneo, Kampfer und Cineol, Gerbstoffe (u.a Rosmarinsäure), Bitterstoffe, Triterpene sowie Flavonoide. Da Salbeiextrakte auch Carnosol und Carnosolsäure enthalten, kommt seine antioxidantische Wirkung zustande. Geht es um unseren Mund – und Rachenraum (Mandelentzündung, Kehlkopfentzündungen, Zahnfleischentzündungen) ist der Salbei eines der bewährtesten und sichersten natürlichen Heilmitteln. In Form von Tees oder Bonbons hilft er Bakterien und Viren abzutöten, zu desinfizieren und somit Entzündungen einzudämmen. Zudem soll der Tee bei stillenden Müttern den Milchfluss eindämmen und somit beim Abstillen helfen. Desweiteren findet er Verwendung in Seifen, Shampoos, Mundwassern, antimikrobiellen Gesichtswassern und eignet sich hervorragend als Lotion bei diversen Hautproblemen, sogar bei Pilzbefall.

Allgemeine Hinweise

Alle Hobbygärtner aufgepasst: dem Salbei wird nachgesagt, dass er Läuse, Raupen und Schnecken vertreibt. Deshalb wird er gerne um Gemüsebeete platziert.
Und da Salbei frisch am Besten schmeckt, hier noch ein kleiner Trick: frische Blätter zum konservieren mit Olivenöl bestreichen, in Folie legen und einfrieren.