Geschichte und Vorkommen

Die Rote Bete (Beta vulgaris ssp. vulgaris var. conditiva), wie wir sie heute kennen, ist erst im 19. und 20. Jahrhundert entstanden. Sie stammt von der Wildrübe ab, deren Heimat die Küstenlandschaften des östlichen Mittelmeeres und die zentral- und nordasiatischen Steppen sind. Heilwirkungen der Rüben waren bereits vor 2500 Jahren bei den Griechen und Römern der Antike bekannt. So verordnete der griechische Arzt Dioskorides (um 100 v. Chr.) sie eingesäuert bei Hautentzündungen und Infektionskrankheiten. Paracelsus (1493-1541), der Urvater der deutschen Naturheilkunde, setzte die damals noch eher länglichen Wurzeln zur Steigerung der Abwehrkräfte und bei Blutkrankheiten ein. Rote Bete, die auch Rote Rüben, Rahnen und Randen genannt werden, gedeihen in Regionen mit gemäßigtem Klima. Sie werden in vielen europäischen Ländern angebaut, vor allem in den Niederlanden, England, Frankreich, Skandinavien, Deutschland und Polen. In vielen osteuropäischen Ländern ist das Knollengemüse ein wichtiger Bestandteil der Küche und färbt nicht nur den Borschtscheintopf rot.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Auffälligster Inhaltsstoff des Wurzelgemüses ist das rotfärbende Betanin, das auch als Lebensmittelfarbstoff genutzt wird. Neben 6–10 Prozent Zucker und Eiweiß enthalten Rote Bete die Vitamine C, B, Niacin, Folsäure und Provitamin A, sowie Kalzium, Kalium, Magnesium, Phosphor, Natrium, Eisen, Schwefel und Jod.
Eine absolute Vitalstoffbombe – könnte man meinen. Leider können viele der enthaltenen Stoffe nicht von unserem Körper aufgenommen werden, weil ein anderer Inhaltsstoff der roten Knollen, die Oxalsäure, es verhindert. Nichtsdestotrotz ist Rote Bete gesund. Sie fördern die Gallensekretion und wirken appetitanregend. Die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe wie Flavonoide sind natürliche Antioxidantien und aktivieren die Zellatmung. Seit den 50 er Jahren wird auch eine geschwulsthemmende Wirkung der roten Knolle an vielen Krebskranken beobachtet. Obwohl bisher keine wissenschaftlichen Nachweise gelangen, nutzen Ärzte die Rote Bete als Zusatzbehandlung bei Krebs sowie zur Infektionsabwehr und Kräftigung. Weniger gut für die Gesundheit ist das in den Knollen gespeicherte Nitrat. Früchte aus biologischem Anbau beinhalten jedoch weniger davon als konventionelle Ware.

Allgemeine Hinweise

Die Rote Bete ist eine Pflanze mit tief reichenden Wurzeln und daher weitgehend resistent gegen Trockenheit. Ihre Knollen wiegen zwischen 100 und 600 g, das rote Fruchtfleisch ist saftig und schmeckt aromatisch herb. Rote Bete lassen sich am besten mit Schale kochen. Nicht nur ihre Vitamine bleiben so besser erhalten, auch ihr Ausbluten wird so verhindert. Die gegarten Früchte dann mit Gummihandschuhen schälen, damit die Hände nicht rot werden. Sind trotzdem einmal Flecken auf Hände oder Stoff gekommen, lassen sie sich mit heißem Wasser und Seife schnell wieder entfernen. Rote Bete, die lange nur als sauer eingelegtes Gemüse bekannt war, hat sich in den letzten Jahren als Feinschmeckergemüse etabliert. Sie schmeckt püriert in einer Gemüsesuppe, z.B. verfeinert mit saurer Sahne oder Crème fraîche. Wie Kartoffeln lässt sie sich aber auch im Ofen backen, frittieren oder als Salat zubereiten.