Geschichte und Vorkommen

Rosmarin, der „Tau des Meeres“, war der Göttin Aphrodite geweiht und galt als Symbol der Liebe und der Schönheit. Er ist ein typisch mediterranes Kraut, dessen Ursprünge im Mittelmeerraum liegen. Von den Römern und Ägyptern wurde die Pflanze bereits im Altertum kultiviert und spielte bei vielen Festlichkeiten und Zeremonien eine große Rolle. Bis zu 2 m hoch kann dieser immergrüne, stark duftende und weiß bis hellblau blühende Strauch werden. Da Rosmarin früher nachgesagt wurde, er könne Krankheiten und böse Geister fern halten, wurde er zum Bestandteil vieler Rituale. So wurde er unteranderem in Krankenzimmern geräuchert, um die Luft zu reinigen. In unseren Breitengraden fand der Rosmarin erstmalig in Klöstern und Klostergärten Verwendung. Sein unverwechselbarer Duft und sein einzigartiges Aroma darf in keinem Kräutergarten fehlen. Am besten entfaltet er es zu gebratenem Fleisch. Außerdem gehören getrocknete Rosmarinblätter auf jeden Fall in die „Herbes de Provence“, der klassischen südfranzösischen Würzmischung. Getreu dem Merksatz „Die Hälfte ist immer noch zu viel“, sollte man wegen seines ausgeprägten Geschmacks sparsam mit ihm umgehen.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Werden Rosmarin seine magischen Kräfte nur nachgesagt, so sicher ist seine Heilkraft belegt. Seine ätherischen Öle sind sehr gesund und stärken allgemein die Körperfunktionen. Er kann bei körperlichem Unbehagen helfen, das durch niedrigen Blutdruck, kreislaufbedingten Kopfschmerz oder leichte Magen-Darm-Probleme hervorgerufen wird. Da er das Herz stärkt, besteht keine Gefahr, dass ein hoher Blutdruck sich zusätzlich erhöht. Darüber hinaus soll Rosmarin Galle und Leber aktivieren, das Verdauungssystem stärken und bei Blähungen Abhilfe schaffen. Liegen leichte Hauterkrankungen vor, so können Gesichtsdampfbäder und Bäder eine Linderung bewirken. Die Liste seiner Wirkungsbereiche ist lang. So hilft er des Weiteren bei Müdigkeit, Durchblutungsstörungen, Muskelschmerzen, Rheuma, Völlegefühl und bei der Stressbewältigung. Seine reichhaltigen Inhaltsstoffe wirken schmerzstillend, tonisierend, krampflösend, antibakteriell, antioxidativ und belebend. Am häufigsten wird Rosmarin in Form von Bädern, Dampfbädern, Salben, Tinkturen und als Tee verwendet. Dem nicht genug, hat sich dieses Kraut auch seinen Weg in die Kosmetikindustrie gebahnt. Das Rosmarinöl vermag z.B. den Fetthaushalt der Kopfhaut zu normalisieren und wirkt somit gegen Haarausfall.
Und schon im Jahr 1370 wurde Rosmarin im ungarischen Königshaus als Bestandteil eines der ersten destillierten Parfüms registriert. Benannt nach der Königin Elisabeth von Ungarn hieß es „Ungarisches Wasser“.

Allgemeine Hinweise

Allseits bekannt ist vielleicht, dass beim Grillen von Fleisch bestimmte Stoffe entstehen, die im Körper für oxidativen Stress sorgen und das Krebsrisiko erhöhen können.
Dieses Risiko läßt sich reduzieren, indem man das Fleisch mit Gewürzen mariniert. Als besonders wirkungsvoll erwies sich dabei eine Marinade aus Rosmarin und Thymian.