Geschichte und Vorkommen

Bei uns ist vor allem der Rooibos-Tee bekannt und weit verbreitet. Der Name stammt aus Südafrika, wo die Pflanze auch beheimatet ist. Er setzt sich zusammen aus den Worten „Rooj“, was rot bedeutet, und „bos“, der Übersetzung für Busch. Aus diesem Grund wird hierzulande auch von Rotbuschtee gesprochen.

Der Tee wird aus den jungen Zweigen des Rooibos-Strauches (Aspalathus linearis) gewonnen. Die ginsterartigen Sträucher werden zwischen 50 cm und zwei Meter hoch. Sie sind stark verzweigt und ihre weichen, nadelartigen Blätter erinnern an Rosmarin. Der Rooibos-Strauch benötigt saure, sandige Böden und ein mildes, mediterranes Klima. Das Besondere an dieser Pflanze ist ihr Vorkommen. Rooibos wird nämlich ausschließlich im Gebiet der Zederberge rund 200 Kilometer nördlich von Kapstadt, seiner botanischen Heimat, angebaut und kultiviert. Der weltweite Gesamtbedarf wird dabei auf einer Plantagefläche von rund 16.000 ha gedeckt. Die Ernte erfolgt während des südafrikanischen Hochsommers von Januar bis April.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Im Gegensatz zum Schwarz- oder Grüntee, enthält Rooibos-Tee kein Koffein und zudem auch weniger Gerbstoffe. Deren Anteil beschränkt sich auf 4-5%. Außerdem enthält Rooibos natürliche Fruchtsäuren, sogenannte organische Hydroxycarbonsäuren und Vitamin C. Auch Phenolsäuren, wie Kaffeesäure, Syringasäure, Ferulasäure, Hydroxybenzoesäure und Courmarinsäure, konnten im Rooibos nachgewiesen werden.

Rooibos-Tee besitzt einen fruchtig-süßen und gleichzeitig milden Geschmack, der auf den Fermentationsprozess zurückzuführen ist. Die Tannine werden dabei in Geschmacksstoffe umgewandelt. In der einfachsten Variante wird der Tee mit kochendem Wasser aufgegossen und anschließend eine Ziehzeit von 5 Minuten gewährt. Die Rooibos-Nadeln sollten sich dabei am Besten lose in der Kanne oder in einem großen Teesieb befinden, damit sich der Tee gut ausbreiten kann. Wer mehr Geduld und Zeit mitbringt, kann den Tee auch wie die Rooibos-Farmer lose in einem Topf mit kochendem Wasser 10 bis 20 Minuten aufkochen. Anschließend wird der Tee abgesiebt. Durch die lange Ziehzeit werden wertvolle Pflanzenstoffe besser extrahiert und der Geschmack wird voller und fruchtig-holzig.

Der unfermentierte „grüne“ Rooibos, der bei uns nur unter Kennern bekannt ist, besitzt hingegen einen frischen und grasigen Geschmack. Im Gegensatz zum klassischen Rooibos wird er direkt nach der Ernte zügig getrocknet, um die natürliche Fermentation zu verhindern. Dadurch bleiben wertvolle Inhaltsstoffe besser erhalten. Grüner Rooibos-Tee zeichnet sich durch einen höheren Gehalt an Polyphenolen aus, zu denen einige Flavonoide, wie zum Beispiel Aspalathin zählen. Aspalathin besitzt entzündungshemmende und verdauungsfördernde Eigenschaften und wurde bisher ausschließlich in Rooibos nachgewiesen. Besonders das hohe antioxidative Potential ist beim grünen Rooibos-Tee hervorzuheben. Er wirkt dadurch nicht nur der Bildung freier Radikale entgegen, sondern fördert über den reinen Schutz der Zellen hinaus auch deren Aktivität und damit die Erneuerungsprozesse der Haut. Grüner Rooibos ist zudem reich an Mineralstoffen und Spurenelementen und enthält die Vitamine A, C und E noch besser als die klassische Variante.

Dem Roiboos werden sowohl krampflösende, als auch herzschützende und entspannende Eigenschaften zugeschrieben. Weiter konnte nachgewiesen werden, dass Rooibos-Extrakte die Zellaktivität von Fibroblasten steigern und somit einen positiven Einfluss auf Erneuerungsprozesse der Haut ausüben.

Durch die vorhandenen Flavonoide, inbesondere dem enthaltenen Quercetin, wirkt sich Rooibos beispielsweise auf die Histaminfreisetzung aus, sodass allergische Symptome gelindert werden können. Da Rooibos-Tee relativ viel Fluorid enthält, trägt er zur Vermeidung von Karies bei.

In seinen Heimatgebieten ist Rooibos-Tee ein Nationalgetränk. Er dient jedoch nicht nur als Erfrischungsgetränk in Form von Tee, Eistee oder Punsch, sondern wird auch als Gesundheitstee, vor allem im Bereich der Kinderheilkunde bei Magen- und Darmverstimmungen eingesetzt. Abkochungen der Aspalathus-Wurzel werden als Brechmittel verwendet.

Auch im Bereich der Kosmetik nutzt man die wertvollen Eigenschaften des Rooibos. Häufig sind Extrakte daraus Bestandteil in Lotionen, Cremes, Seife und Shampoo.

Allgemeine Hinweise zum Rooibos

Rooibos-Tee wird in den drei Qualitäten Standard-, Choice-, und Super- oder Selected-Grade gehandelt. Zellstudien untersuchen derzeit das Potential des Rooibos in Bezug auf den Erhalt und die Verbesserung unserer Gesundheit und Schönheit.