Arten, Extrakt, Synonyme

weiß, schwarz

Geschichte und Vorkommen

In vielen Ländern, aber vor allem in Asien ist er ein unverzichtbares Grundnahrungsmittel: Reis (Oryza sativa) gehört neben dem Weizen zu den wichtigsten Getreidearten, die als Basis unserer Ernährung dienen. Wann Reis kultiviert und domestiziert wurde, ist noch immer nicht vollständig geklärt. Doch geht die Wissenschaft davon aus, dass im Gebiet des Yangste schon weit vor 6000 v. Chr. Reis kultiviert wurde. Etwa um 400 v. Chr. wurde Reis in Mesopotamien angebaut. Die Araber brachten den Reis schließlich nach Westeuropa.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

So klein und doch so groß: Spricht man vom Reis schwärmen Ernährungswissenschaftler gern vom Superkorn. Denn Reis enthält beinahe kein Fett, dafür aber viele komplexe Kohlenhydrate. Das macht ihn zu einem schlanken Sattmacher. Außerdem bietet eine Schale voller Reis Vitamine und Mineralstoffe, die unserem Organismus sehr gut tun. Seine B-Vitamine sind Topnahrung für Haut, Nerven und Stoffwechsel. Das Anti-Stress-Mineral Magnesium beugt auch Muskelkrämpfen vor. Das Spurenelement Mangan ist wichtig für die Sexualhormonsynthese.
Reis liefert auch essentielle Aminosäuren, die der Körper für seine Eiweißproduktion braucht.
Bereits die Römer kannten Reis als Medizinpflanze. Unter gesundheitlichen Aspekten ist ungeschälter (brauner Natur-) Reis der geschälten weißen Sorte haushoch überlegen. Denn die besten Inhaltsstoffe der Reisfrucht stecken vor allem in ihren Silberhäutchen. Da sind die Vitamine B1 und B2, perfekt für Haut, Nerven und Stoffwechsel. Auch ist er ein prima Mineralstoff-Lieferant: Das kleine Korn enthält Kalium und Magnesium für den Stoffwechsel, Eisen für die Blutbildung, Zink für die Immunabwehr, dazu noch Kalium, das den Körper entwässert.
Gut zu wissen: Im Lebensmittelhandel und in der Küche angebotener „Wildreis“ ist kein Reis oder Naturreis sondern steht für dunkle Körner von Süßgräsern der Gattung Zizania. Es handelt sich hierbei botanisch um keine Wildform der Reispflanze Oryza sativa.

Besonderheit

Neben den gängigsten Reissorten, die weiß oder braun sind, gibt es noch eine weitaus seltenere farbige Variante, die gesundheitlich extrem potent ist: Schwarzer Reis aus China, Thailand, Japan und den USA hat nicht nur einen hohen Nährwert, er wirkt auch antientzündlich. Forscher aus Albany, Kalifornien konnten in Tierversuchen zeigen, dass das pechschwarze Reiskorn eine immense Wirkung im Bezug auf die Bekämpfung von chronischen Erkrankungen, wie Diabetes, Alzheimer und Herzerkrankungen hat, aber auch Entzündungen reduzieren kann.
Schwarzer Reis ist ein hervorragender Lieferant für Anthocyane. Dieser sekundäre Pflanzenstoffe, ein Bioflavonoid, gehört zu den kraftvollsten Antioxidantien der Natur. Es schützt unsere Zellen vor Angriffen durch freie Radikale und damit vor vorzeitiger Alterung und Entartung. Anthocyane sind zudem ein wirksames Heilmittel bei Hautproblemen wie Akne und können sich auch bei kreisrundem Haarausfall (Alopecia) günstig auswirken. Das konnte durch aktuelle Untersuchungen belegt werden.

Interessantes zum Reis

Manchmal finden Sie im Lebensmittelhandel auch Roten und Grünen Reis.
Roter Reis aus der Carmague entstand aus einer Kreuzung von wildem Reis und einer Kulturreissorte. Er bekommt durch die tonige Erde, auf der er angebaut wird, seine rötliche Färbung, Der Reis schmeckt nussig-aromatisch. Er ist grundsätzlich unpoliert, enthält also alle Vitamine und Mineralstoffe.
Achtung: Verwechseln Sie roten Camargue-Reis nicht mit fermentiertem roten Reis aus China, das bei uns als Nahrungsergänzungsmittel in Pulver- oder Kapselform verkauft wird. Bei Letzterem handelt es sich um einen Reis der durch Zugabe eines Schimmelpilzes fermentiert wurde. Er gilt als Cholesterinsenkend. Doch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) warnt erneut vor dem Verzehr von „Red Rice“-Produkten („Roter Reis“). Der Inhaltsstoff Monakolin K sei identisch mit dem Wirkstoff Lovastatin, der in verschreibungspflichtigen Fertigarzneimitteln zur Senkung des Cholesterinspiegels enthalten ist. Nehmen Patienten gleichzeitig die Medikamente und die Reis-Pillen, steige das Risiko, dass Muskulatur und Leber Schaden nehmen, so BfArM.
Grüner Reis kommt meist aus Vietnam. Es handelt sich hier um Reis, der noch im unreifen Zustand, also „grün“ geerntet wird, wenn die Körner noch weich sind. Sie werden von Hand aus der Rispe plattgedrückt und in der Sonne getrocknet. In diesem Reifezustand hat sich der Zucker im Korn noch nicht in Stärke umgewandelt, so dass dieser Reis sehr schnell verkocht. Diese bei uns nur selten erhältliche Delikatesse schmeckt leicht süßlich. Man verwendet sie gerne zum Panieren von Fisch oder zur Herstellung von Süßspeisen.