Beschreibung und Vorkommen

Werden die Tage kürzer, neigt sich der Sommer dem Ende zu und der Herbst steht vor der Tür. Genau dann hat die Pflaume ihren großen Auftritt. Und wen verzückt er nicht, der Duft von einem frischen Pflaumenkuchen? Manch einen katapultiert er sogar direkt in die Kindheit zurück. Ihren Ursprung soll sie zwischen Kaukasus und Altaigebirge haben und aus einer Kreuzung von Kirschpflaume und Schlehdorn entstanden sein. Im 2 Jahrhundert v. Chr. fand die Damaszener Pflaume durch Kreuzfahrer aus Damaskus ihren Weg nach Europa. Das Wort Pflaume entstand wohl durch eine Lautverschiebung aus dem griechischen „Damascenus“. Seitdem wurde sie immer wieder mit fremdartigen Früchten gekreuzt, so dass es kaum möglich ist durch diesen Irrgarten zu finden. Sogar polizeilich wurde im 18. Jahrhundert versucht, das Kreuzen gewisser Pflaumensorten zu unterbinden. Unter dem Sammelbegriff ‚Pflaume‘ fallen bei uns die gängigsten Sorten, wie die Pflaume, Zwetschge, Mirabelle und die Edelpflaume Reneklode. Und woher wissen wir nun, ob der Pflaumenkuchen nicht doch ein Zwetschgenkuchen ist? Ganz einfach, Pflaumen sind blauviolett, eher kugelig, haben eine deutliche Bauchnaht und das Fruchtfleisch läßt sich nur schwer vom Kern lösen. Die Zwetschge ist tiefblau, hat eine eher längliche Form, die zum Ende hin spitzer wird und ihr Fruchtfleisch ist süßer und läßt sich einfacher vom Kern lösen. Die edle Reneklode wiederum ist kugelförmig wie die Pflaume und kommt in einem roten, grünen oder gelben Gewand daher. Die gelbe Mirabelle mit ihrem süßen Fruchtfleisch ist nur kirschgroß und somit im Vergleich recht klein. Auch wenn die Saison bei den Sorten leicht variiert, so gilt für unsere Region, dass wir von Juli bis Oktober in den Genuss von frischen Pflaumen kommen. Sind die Pflaumen frisch geerntet und ungewaschen, da ihre Haut von einer weißlichen Wachsschicht namens „Duftfilm“ als Schutz vorm Austrocknen umgeben ist, lassen sich die Früchte gut 3 bis 4 Tage lagern. Noch unreife, leicht grünliche Pflaumen legt man dagegen 2 bis 3 Tage bei Zimmertemperatur zum Nachreifen an ein helles Plätzchen. Und nicht nur auf dem Kuchen machen Pflaumen eine gute Figur. Sie schmecken frisch und getrocknet und eignen sich besonders für Süßspeisen. Zu Kompott oder Gelee, Likör und als Zusatz zu Fleischgerichten eignen sie sich ebenso. Zum Geschmack der rohen Pflaume läßt sich sagen, dass sie süßer, edler, saftiger und weicher als die Zwetschge schmeckt. Da sie gekocht allerdings etwas an Süße verliert und leicht säuerlich schmeckt, wird hier die oftmals die Zwetschge bevorzugt.

Wirkungen und Anwendungen

Die blauen Powerkugeln und Vorboten des Herbstes haben so einiges zu bieten. Sie tragen gleichermaßen zu unserer körperlichen Gesundheit und zu unserem seelischen Gleichgewicht bei. „Nimm Pflaumen für des Alters morsche Last, denn sie lösen den hart gespannten Bauch,“ wußte schon der römische Dichter Marcus Valerius Martial zu berichten. Besonders zu empfehlen bei Verdauungsproblemen sind Dörrpflaumen. Sie gibt es ganzjährig zu kaufen und werden über Nacht in Wasser eingeweicht und am nächsten Morgen samt Wasser z.B im Müsli oder Smoothie verzehrt. Heute weiß man, dass die Verdauung durch die wasserlöslichen Pflanzenstoffe Pektin und Zellulose angeregt wird. Hinzukommt, dass das Pektin helfen kann Schwermetalle zu entgiften und den Cholesterinspiegel zu senken. Wichtig hierbei: unbedingt die Frucht mit der Schale essen, da hier die wichtigen Stoffe enthalten sind.
Besteht diese Frucht auch zum größten Teil aus Wasser, so enthält sie zusätzlich eine Vielzahl an Mineralstoffen und Spurenelementen. Dieser Mix aus Kalium, Calcium, Eisen, Magnesium, Zink, Provitamin A, Vitamin C, E und Vitaminen aus dem B-Komplex schnüren ein interessantes Packet. So sind sie durch ihre enthaltenen Carotinoiden wie z.B. Beta-Carotin, Lutein und Zeaxanthin gut für die Augen und beugen Arteriosklerose, Rheuma, Alzheimer sowie Parkinson und grauem Star vor und steuern dem Alterungsprozess entgegen. Auf Grund des Vitamin B-Komplexes werden die Nerven gestärkt, Stress vermindert und die Leistungsfähigkeit gesteigert. Das Zink und das Kupfer wiederum haben eine positive Auswirkung auf nervöse Unruhe, Gereiztheit und Depressionen. Die Polyphenole sollen unsere Abwehrkräfte erhöhen, uns vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen und gegen Entzündungen und Krebs wirken. Zudem stärken ihre Wirkstoffe Leber und Niere und sie wirken fiebersenkend. Da 100 Gramm Pflaumen nur circa 50 kcal und kaum Fett und Eiweiß enthalten, können sie sogar beim Abnehmen helfen. Die Kilos purzeln, da überflüssige Fettstoffe im Darm gebunden werden und die Umwandlung von Kohlenhydraten in Fette gehemmt wird. Dörrpflaumen wirken übrigens Heisshunger entgegen und können somit bei Übergewicht helfen oder vorbeugen. Sie schmecken süß und dennoch bleiben nach der Mahlzeit Blutzucker und Insulin verhältnismäßig konstant. Vergleicht man die Pflaume mit anderen Früchten ist ihr Fruchtzuckeranteil sehr hoch. So eignet sie sich perfekt als schneller Energielieferant.

Allgemeine Hinweise

Sowie der Apfel und die Kirsche, so hat auch die Pflaume ganz besondere Liebhaber. In aller Munde und Gedanken ist hier an erster Stelle vermutlich der Wurm. Viel mehr handelt es sich hierbei allerdings um den Pflaumenwickler. Die Larven dieses Falters bohren sich in die noch unreife Frucht, fressen das Fruchtfleisch und verlassen als erwachsene Raupe die abgefallene Frucht. Dann suchen sie sich ein Versteck und verpuppen sich im folgenden Frühjahr. Im Mai schlüpft dann der fertige Falter. Abhilfe schafft das regelmäßige sammeln des herabgefallen Obstes und im Fachhandel erhältliche Fallen für die Falter.