Geschichte und Vorkommen

Die griechische Mythologie kennt viele Geschichten um die Entstehung ihres Namens. Eine besagt, dass die Minze ihren Namen einer Nymphe verdankt. Der Herrscher der Unterwelt, Hades, schwärmte für die Nymphe namens Minthe. Die Gattin des werten Hades, Persephone, hatte wenig Sinn für die Schwärmerei ihres Mannes. Somit setzte sie dieser Romanze ein Ende indem sie Minthe in eine Pflanze, die Minze, verwandelte, die mit Füßen getreten werden sollte. Den Fluch rückgängig zu machen vermochte Hades nicht, aber mildern konnte er ihn indem er der Pflanze einen wunderbaren Duft verlieh.
Schon bei den Ägyptern war die Pflanze sehr beliebt. Sie wurde den Pharaonen als schützendes Kraut für die Reise ins Jenseits mit ins Grab gelegt. Die Griechen und die Römer wiederum bestreuten bei Festlichkeiten den Fußboden mit Minze, um durch ihren Geruch den Appetit der Gäste anzuregen.
Pfefferminze hat einen unverwechselbaren Geschmack vor allem durch den hohen Gehalt von Menthol. Von anfangs frisch und würzig über erwärmend und abschließend kühlend, begleitet er uns häufig im Alltag und verhalf durch die beschriebene Schärfe der Pfefferminze zu ihrem Namen. Wir schätzen sie vor allem in Zahnpasta, aber auch in Tees, Kaugummis, Bonbons oder anderen Süßwaren. Weniger weit verbreitet ist sie in unseren Küchen, wobei sie sich hervorragend zum Würzen von Fleisch und Fisch, Gemüse, Suppen und Soßen eignet. Hier am besten frische Minzblätter verwenden, da die getrockneten Blätter an den Geschmack der frischen Blätter nicht herankommen.
Die Pfefferminze stammt vermutlich aus Ostasien und wurde von einem Reisenden nach Deutschland eingeschleppt und wurde erst Mitte des 17. Jahrhunderts bekannt. Andere Quellen besagen, dass sie in Europa ein reines Zufallsprodukt ist, ein botanischer Bastard. Sie wurde im Jahre 1696 auf einem Feld in England als Kreuzung aus Bachminze und Waldminze – selbst eine Kreuzung – entdeckt. Wiederum steht dies im Widerspruch mit einigen älteren Quellen.
Die mehrjährige, 30 – 100 cm hohe, krautige Pflanze fühlt sich in fast jedem Garten wohl. Ist sie erst einmal heimisch, erscheint die Minze jedes Frühjahr aufs Neue. Bevorzugt wächst sie an sonnigen bis halbschattigen Standorten. Bei der Ernte ihrer Blätter kommt es auf den richtigen Zeitpunkt an. Sie werden gepflückt, kurz bevor sich die Blüten öffnen

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Die wichtigen Inhaltsstoffe wie Menthol, Gerbstoffe, Phenolarbonsäure und Flavonoide dieser Pflanze finden sich in ihren Blättern sowie in dem aus ihnen durch Dampfdestillation gewonnen ätherischen Öl. Die Zusammensetzung des Öl der Pfefferminze hängt vom Entwicklungsstand der Blätter bei der Ernte ab. Es enthält anders als das Öl der schon länger bekannten, wild wachsenden Minze-Arten bis zu 60 % Menthol und ist eines der meistverwendeten Öle. Es dient zur Einreibung, als Badezusatz und zur Inhalation. Die Wirksamkeit der enthaltenen Flavonoide gegen Kopfschmerzen und Migräne ergab bereits 1996 eine plazebokontrollierte Studie (Goebel et al., 1996). Das pflanzliche ätherische Öl soll ebenso gut wirken wie eine chemisch hergestellte Paracetamol.
Die Pfefferminze ist bekannt für ihre krampfmildernde, schmerzstillende, antimikrobielle, appetitanregende, harn – und schweißtreibende, Herz – und Nervenkraft belebende Wirkung. Sie setzt zudem die Reflexerregbarkeit und damit die Schmerzempfindlichkeit herab und wirkt anästhesierend und antiseptisch. In unseren Breitengraden finden die Blätter, ob getrocknet oder frisch, am häufigsten Verwendung als Tee. Er hilft vor allem auf Grund der krampflösenden und verdauungsfördernden Eigenschaften bei Magen-Darm oder Gallebeschwerden.

Allgemeine Hinweise

Sportler aufgepasst. Ein paar Tropfen des Öls dem Trinkwasser beigeben und die Leistungsfähigkeit soll sich deutlich, laut einer Studie in der Fachzeitschrift „Journal of the International Society of Sports Nutrition‘ aus dem Jahr 2013, erhöhen.