Geschichte und Vorkommen

„Gehe dahin, wo der Pfeffer wächst“ – dies ist zweifellos eine der bekanntesten deutschen Redensarten und seit dem 16. Jh. bezeugt. Sie hat ihren Ursprung in einer Zeit, als Pfeffer aus europäischer Sicht noch sehr weit entfernt war und den Gewürzhandel zwischen Europa und Asien beherrschte. Das luxuriöse Fernhandelsgut hatte eine monatelange Schiffs- oder Karawanenreise hinter sich, bis es endlich sein Ziel erreichte. Folgerichtig waren diejenigen, die sich auf den Weg zum Pfeffer machten, auf lange Zeit verschwunden. Seine Beliebtheit als Gewürz verdankt der Pfeffer neben seinem scharfen Geschmack seiner Haltbarkeit und seiner Ergiebigkeit. Entscheidend für seine große Bedeutung waren aber die im schwarzen Pfeffer enthaltenen antimikrobiellen Inhaltsstoffe, die ihm den Ruf eines Heilmittels einbrachten. Besonders hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang ihre Fähigkeit Lebensmittel – vor allem Fleisch – lange haltbar zu machen. Dies wusste man gerade während der langen Seereisen sehr zu schätzen.
Diese immergrüne, ursprünglich aus Indien stammende Kletterpflanze kann eine Höhe von bis zu 10 Meter erreichen. Ihre dunkelgrünen Blätter sind spitz und glatt und werden von weißen kleinen Blüten geziert. Aus diesen Blüten werden später die einsamigen braunroten Beeren. Je nach Erntezeitpunkt und Verarbeitung werden aus ihnen verschiedene Gewürze gewonnen: der grüne, der schwarze, der weiße und der rote Pfeffer. Heute wird Pfeffer in vielen tropischen Regionen wie Sri Lanka, Indonesien, Thailand, Vietnam und natürlich Indien angebaut.
Aus Indien stammt auch der bekannte Chai Tee. Dort wird er Masala Chai gennant, was so viel wie Mischung bedeutet. Neben vielen andere Gewürzen wird hier auch Pfeffer verwendet.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

In fast jeder Küche nimmt der Pfeffer einen hohen Stellenwert ein und ist kaum mehr wegzudenken. Da das Aroma von gemahlenem Pfeffer schnell verfliegt, empfiehlt es sich ganze Körner zu kaufen und sie erst bei Gebrauch zu mahlen. Der besondere Mix an ätherischen Ölen, Flavoniden, fetten Ölen, Piperin und z.B. Stärke machen den Pfeffer auch außerhalb der Gewürzküche interessant. Diese Inhaltsstoffe wirken antibakteriell, antioxidativ, schleimlösend, verdauungsfördernd, appetitanregend, erwärmend und schmerzstillend. Ob bei Fieber, Halzentzündungen, Magenschwäche, Erkältung, Durchblutungsstörungen, Muskelkater, Verspannungen, Müdigkeit, Erschöpfungszuständen sowie bei Gedächtnisschwäche oder schlechter Konzentrationfähigkeit, der Pfeffer kann helfen.
Anwendung findet der Pfeffer in Form von Tee, wobei die Rede von einer Teemischung ist. Diese eignet sich auch zum Gurgeln bei Zahnfleischentzündungen. In Form von Öl kann es äußerlich angewendet oder als Badezusatz verwendet werden.

Allgemeine Hinweise zum Pfeffer

Seiner besonderen Anmutung verdanken wir es, dass der Pfefferstrauch so manchen Blumenstrauß ziert. Und auch die Parfümindustrie ist seit längerem auf den Pfeffer aufmerksam geworden.
Als Duft verleiht er ein Hauch von Exotik, riecht würzig und wärmt die Sinne.