Geschichte und Vorkommen

Die Geschichte der Petersilie (Petroselinum crispum) geht bis in die Jungsteinzeit zurück. Darauf weisen Funde von Petersilien-Früchten aus diesem Zeitalter hin. Jedoch streiten sich die Wissenschaftler, ob sie ursprünglich zuerst auf Sardinien oder viel weiter östlich gewachsen ist. Keine Zweifel gibt es dagegen, dass sowohl die Blätter als auch die Wurzeln der Petersilie in der Antike eine wichtige Rolle bei den Römern und Griechen spielten. Ihr Grün wurde zur Ehrung der Sieger bei Wettkämpfen und als Kopfschmuck bei feierlichen Anlässen genutzt. Die Wurzeln fanden als „Steinsellerie“ in der Küche Verwendung. Im Mittelalter spielte die Petersilie eine große Rolle. Man nannte sie Peterlein und nutzte sie vor allem wegen ihrer heilenden Wirkungen, z.B. bei Verdauungsstörungen, Erkrankungen der Harnwege oder für Abtreibungen. Auch als Aphrodisiakum war die Petersilie bekannt. Liebestränke aus ihrem grünen Extrakt sollten die männliche Lendenkraft stärken. Über die Jahrhunderte gewann die Pflanze jedoch immer mehr an Bedeutung als würziges Küchenkraut, das sich auch weniger Betuchte leisten konnten. Seit dem 16. Jahrhundert wird spezielle Wurzelpetersilie (P. tuberosum) angebaut, deren aromatische Wurzeln wie Rüben gegessen werden. Die anspruchslose Petersilie gedeiht besonders gut im Halbschatten. Sie ist ziemlich kälteresistent, verträgt jedoch keine Trockenheit. Außer auf dem Balkan und in Ägypten ist die Pflanze weit über die Grenzen des Mittelmeerraumes hinaus zu finden.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Nennenswerte Vitamine in der Petersilie sind das Provitamin A, sowie B-Vitamine, C und E. Außerdem enthält sie Kalium, Calcium, Phosphor, Magnesium und Eisen. Vorwiegend in der glatten Petersilie und in der Petersilienwurzel kommt das ätherische Öl Apiol vor. Das in großen Mengen giftige Apiol kann zu erhöhten Kontraktionen von Muskelfasern der glatten Muskulatur führen, wie sie in der Gebärmutter vorkommt. So kann Petersilie sowohl menstruationsfördernd wirken als auch für Schwangerschaften gefährlich werden. Das ätherische Öl Myristicin ist in der krausen Petersilie enthalten. Es besitzt halluzinogene, bzw. bewusstseinserweiternde Eigenschaften, hat eine chemische Ähnlichkeit mit Amphetaminen und wird als Grundstoff für die illegale Herstellung von Phenylethylaminen, die der „Designerdrogen“ Ecstasy ähneln, genutzt.

Allgemeine Hinweise

Die Petersilie ist eine zwei- bis mehrjährige Gewürzpflanze, die erst im zweiten Jahr ihre Blätter richtig ausbildet. Zwei Variationen gibt es, die aromatische glatte und die weniger aromatische krause Form. Auch die weiße Wurzel ist essbar, sie wird etwa 20 cm lang. Bei einer Aussaat im Frühjahr kann sie bereits im Oktober in den Suppentopf wandern. Oft ist sie neben Möhre, Lauch und Sellerie im typischen Suppengrün enthalten. Das kräftige Grün des beliebtesten deutschen Küchenkrauts macht klein gehackt nicht nur viele Speisen appetitlicher, sondern würzt sie auch angenehm, aber nie aufdringlich. Auch als Salat wird Petersilie genutzt. Das Küchenkraut lässt sich gut einfrieren. Es verliert dabei wesentlich weniger Aroma als beim Trocknen.