Geschichte und Vorkommen

Die Pastinake oder Pastinak ist ein Wurzelgemüse aus der Familie der Doldenblütler, das schon in der Steinzeit zur Sammelnahrung zählte. Es handelt sich dabei um ein bis zu 20 cm langes, rettichartiges Gemüse, das durch Kreuzung von Petersilienwurzel und Wilder Möhre entstand. Deutschland erreichte es erst in der Römerzeit über das Mittelmeergebiet. Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts galt die Pastinake als wichtiges Grundnahrungsmittel, bevor sie dann von der Kartoffel verdrängt wurde und in Vergessenheit geriet. Durch die moderne Vollwertküche wurde sie dann allmählich wieder entdeckt und zählt in Frankreich, Österreich, England und den Niederlanden zu den beliebtesten Wintergemüsen. Auch in Amerika ist sie als klassisches Weihnachtsgemüse bekannt.
Pastinaken wachsen überall wild auf Wiesen und an Wegrändern. Kultiviert werden sie in Asien, Deutschland (Mecklenburg, Schlesien), England, Frankreich, Niederlande, Österreich, Skandinavien, Ungarn und den USA. Sie sind nach acht Monaten erntereif und gegen Umwelteinflüsse wie Läuseplagen oder Hagelschlag geradezu immun.

Inhaltsstoffe, Wirkung & Anwendung

Pastinaken sind reich an Calcium, Kalium, Eisen, Phosphor, Eiweiß und ätherischem Öl. Außerdem enthalten sie Aminosäuren, sowie die Vitamine B 1, B 2, B 6, C und das Provitamin A. Das wertvolle enthaltene Karotin lässt sich vom Körper leichter aufschließen, als das Karotin, das in Karotten vorkommt. Besonders für Diabetiker ist dieses Gemüse gut geeignet, da das enthaltene Inulin in ihr insulinunabhängig verstoffwechselt wird.
In der Küche werden Pastinaken paniert und gebacken als Fleischbeilage oder vegetarische Kost, oft auch in Verbindung mit Möhren und Petersilien oder in Babynahrung verwendet. Sie werden in Püree, Rohkostsalat und in Salaten und Suppen verarbeitet. Es lassen sich auch Chips herstellen, indem man die Pastinake schält, sie in feine Scheiben schneidet und in heißem Fett oder Öl ausbackt. Auch die Pastinaken-Samen eignen sich im Ganzen oder fein gehackt als Gewürz für Eintöpfe, Essiggurken, Salate und Suppen. Pastinaken-Blätter können wie Petersilie genutzt werden. Sehr große Pastinaken werden aufgrund ihres meist holzigen Geschmacks häufig als Viehfutter verwendet.
Pastinaken helfen bei Appetit- und Schlaflosigkeit, Fieber, Magenschmerzen und Verdauungsproblemen. In der Heilkunde dienen ihre Wurzeln und der Pastinakensaft als Mittel gegen Impotenz, Blasen-, Leber- und Nierenleiden.

Allgemeine Hinweise

Am besten schmecken Pastinaken nach mehrwöchiger Lagerung oder im Winter nach dem ersten Frost. Ihr Aroma ist dann leicht süßlich, kräftig-würzig und hat Ähnlichkeit mit dem Geschmack von Karotten und Sellerie. Nonnen und Mönche durften Pastinaken früher nicht zu sich nehmen, da man nach dem Verzehr „lustige Gefühle“ bekommen soll.