Geschichte und Vorkommen

Zum Paprika (Capsicum annuum) zählen sowohl die milden Gemüsepaprikas als auch die scharfen Peperoni und Jalapeños. „Südamerikanischer Pfeffer“ werden diese Chilischoten auch genannt, denn sie stammen aus Mittel- und Südamerika und gelten als ältestes Gewürz der Welt. Bei Ausgrabungen in Mexiko wurden wilde Sorten von Chilipfeffer ans Tageslicht gebracht, die Fachleute um 7000 Jahre v. Chr. einordnen. Die Menschen versuchten also schon sehr früh, sich ihr Essen schmackhafter zu machen. Salz wurde erst viel später entdeckt. Gleich von seiner ersten Reise 1492 brachte Kolumbus eine Paprika-Pflanze nach Europa. Weil er sie irrtümlich für eine Pfefferverwandte hielt, gab ihr den Namen „Pimienta“. Seinem Ziel, das damalige Monopol Venedigs im Pfeffer- und Gewürzhandel zu brechen, war er damit ein gutes Stück näher gekommen. Auch heute sind scharfe Paprikasorten als Spanischer Pfeffer bekannt. Erst bei Kolumbus zweiter Reise gab ein Botaniker Paprika den Gattungsnamen Capsicum. Paprikapflanzen werden heute fast überall auf der Welt angebaut, wobei für aromatische Früchte ein warmes Klima wichtig ist. Europäische Hauptanbauländer sind Ungarn, die Balkanländer und Spanien.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Paprika enthält viel Vitamin C – das gilt sowohl für die kleinen, scharfen Chilis als auch für milde Gemüsepaprikas. Eine mittelgroße Paprikaschote deckt bereits ein Viertel des täglichen Vitamin-C-Bedarfs eines Erwachsenen ab. Um sich mit der gleichen Menge aus Chilis zu versorgen, müssten allerdings die Geschmacksnerven schon ziemlich abgestumpft sein. Rote und orangefarbene Früchte liefern außerdem Betakarotin, die Vorstufe von Vitamin A, das wichtig für die Augen und das Wachstum ist. Der hohe Kalziumgehalt von Paprika ist gut für Knochen und Zähne. Weiter sind die Mineralstoffe Kalium, Magnesium und Eisen enthalten. Vor allem Chilis enthalten Capsaicin, einen Schärfe gebenden sekundären Pflanzenstoff. Je kleiner die Schoten sind, um so höher ihr Schärfegrad. Im fleischigen Gemüsepaprika ist nur wenig davon vorhanden.

Allgemeine Hinweise

Alle Paprikasorten sind mehrjährige Pflanzen. Sie zählen zu den Nachtschattengewächsen, werden bis zu 150 cm hoch und haben meist weiße, teils jedoch auch grünliche und violette Blüten. Paprikas als Schoten zu bezeichnen ist botanisch falsch, da es sich bei den Früchten um Beeren handelt. Die Beeren gibt es in vielen Formen, Farben und Größen. Je nach Sorte sind sie rot, orange, gelb oder auch weiß. Grüne Früchte sind immer unreif, am aromatischsten sind die roten, leicht süßlich schmeckenden Sorten. Die Paprikaformen reichen von schmal-zylindrisch über walzenförmig bis kugelig, die Längen von 2 bis 12 Zentimeter. Die Schale der Früchte ist etwas schwer verdaulich. Das führt bei manchen Menschen zum Aufstoßen.