Geschichte und Vorkommen

Ursprünglich stammt die Orange aus China, daher auch ihr anderer Name Apfelsine (Citrus sinensis), Apfel aus China. Die Farbe Orange ist übrigens nach der Frucht benannt. Erst im 15. Jahrhundert kam sie nach Europa. Es wird vermutet, dass die Araber die Frucht während ihrer fünf Jahrhunderte währenden Besetzung der iberischen Halbinsel in Europa einführten. Nach Amerika gelangten die ersten Samen durch Christoph Kolumbus. Diese wurden zuerst auf der Insel Hispaniola und dann 1513 in Florida gepflanzt. Orangenbäume wachsen hauptsächlich in tropischen und subtropischen Gebieten, da sie sehr kälteempfindlich sind. Das größte Orangenanbaugebiet liegt in Florida, aber auch in Brasilien und Südafrika befinden sich große Orangenplantagen. Früchte, die in Deutschland verkauft werden, kommen hauptsächlich aus Spanien und Portugal, Blutorangen aus Sizilien.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Die Orange enthält Vitamin C, B-Vitamine und Betakarotin sowie die Mineralstoffe Kalium, Calcium, Magnesium, Phosphor und das Spurenelement Selen. Die zellschützenden sekundären Pflanzenstoffe (Flavonoide) sitzen in der weißen Haut unter der Schale. Der hohe Vitamin-C-Gehalt hilft, die körpereigenen Abwehrkräfte zu stärken, beugt so Infektionen vor und wehrt Viren ab. Außerdem schützt Vitamin C die Zellen vor freien Radikalen und vermindert dadurch das Herzinfarkt- und Krebsrisiko.
Nach Fieber- und Durchfallerkrankungen ist frisch gepresster Orangensaft ideal, weil er leicht verdaulich ist und die Genesung vorantreibt. Jedoch sollte er sofort getrunken werden, weil Vitamin C lichtempfindlich ist und sich so der Gehalt innerhalb weniger Stunden reduziert.

Allgemeine Hinweise

Es gibt mehr als 400 Orangensorten, die sich in Form, Farbe, Geschmack, Saft- und Kerngehalt unterscheiden. Sie reifen an bis zu 8 m hohen Bäumen. Orangenbäume tragen mehr als einmal pro Jahr. Wenn die Früchte voll ausgereift geerntet werden, befinden sich bereits wieder intensiv duftende Blüten am Baum. Je nach Erntezeitpunkt werden die Früchte in Sommer- und Winterorangen eingeteilt. Bei uns sind die Vitaminspender vor allem in der kalten Jahreszeit beliebt. Im Angebot sind dann sowohl die so genannten Blondorangen mit gelbem Fruchtfleisch als auch Halbblutorangen mit rotem Fruchtfleisch. Die beliebteste blonde Sorte ist die kernlose Navelorange. Das saftige Fruchtfleisch der Orange ist in 12 Schnitze aufgeteilt. Es schmeckt süßlich bis sauer. Vielen süßen Gerichten gibt die abgeriebene Schale ein spezielles Aroma. Für den Transport erhalten Orangen aber meist eine künstliche Wachsschicht. Damit ist die Schale nicht mehr genießbar. Um Orangenschale zu verwerten, sollte man also unbehandelte und ungewachste Früchte kaufen. Orangen gehören nicht in den Kühlschrank, sie halten sich bei Zimmertemperatur ungefähr eine Woche.