Geschichte und Vorkommen

Die Olive, oder besser der Olivenbaum ist ein zeitloses Symbol für Frieden, Weisheit, Reichtum, Ruhm, Reinheit, Produktivität und Fruchtbarkeit. Umrankt von Mythen ist wohl die bekannteste, dass Athene die Namensgeberin dieses Baumes sein soll. Um als Namensgeber von Zeus für die damals einflussreichste Stadt in Frage zu kommen, entfachte ein Wettstreit zwischen Athene, der Göttin der Weisheit, und Poseidon, dem Gott der Meere. Diesen galt es, durch das beste und nützlichste Geschenk an die Einwohner für sich zu gewinnen. Poseidon entschied sich für einen Brunnen aus dem allerdings nur Salzwasser floss. Athene hingegen brachte einen Olivenbaum der den Einwohnern Nahrung, Öl und Holz spendete. Somit entschied sich Zeus für Athene und die Stadt wurde Athen getauft. Die Bedeutung und Wertschätzung des Olivenbaumes zeigt sich auch darin, dass die ersten Sieger der Olympischen Spiele als Zeichen für Ruhm und Ehre einen Olivenkranz erhielten.
Die Heimat des immergrünen, sonnenhungrigen und bis zu 20 m in die Höhe wachsenden Baumes liegt in Palästina. Seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. wird er in Vorderasien kultiviert und gehört somit zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt. So ein Baum kann bis zu 1000 Jahre alt werden und nur in ganz jungen Jahren ist er zierlich und schlank. Mit zunehmendem Alter wird er umso knorriger und gedrungener. Am häufigsten wird der Olivenbaum heutzutage in Australien, Griechenland, Italien, Spanien, Südamerika, Tunesien, Kalifornien, Portugal und am Schwarzen Meer angebaut.
Seine Frucht, die Olive, wird zwischen Juli bis November geerntet. Sie ist oval und zwischen 2-3 cm lang. Die grüne Olive wird im unreifen Zustand geerntet. Im ausgereiften Zustand ist die Olive blauschwarz oder purpurfarben.
Über Geschmack läßt sich bekanntlich geteilter Meinung sein, so auch bei der Olive. Ihr recht eigentümlicher, von herb über säuerlicher Geschmack ist für manch einen recht gewöhnungsbedürftig und alles andere als lecker.
Dennoch hat sie es zur beliebten Einlage zum Aperitif geschafft und findet häufig Verwendung in Salaten oder dient der Ölherstellung. Beim Öl wird zwischen dem kalt gepressten und dem raffinierten Öl unterschieden. Das meist teure kalt gepresste Öl findet ausschließlich Verwendung in der kalten Küche. Es wird auch als natives Öl bezeichnet. Grund hierfür sind die Vitamine, die so erhalten bleiben. Das raffinierte wiederum ist meist günstig und wird in der warmen Küche, also zum Braten, Kochen, und Backen verwendet.
Marinierte und vakuumverschlossene Oliven lassen sich bis zu 18 Monate lagern.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Was die Olive so wertvoll macht, ist der Mix aus Kupfer, Eisen, Calcium, z.B. die Vitamine B2 und B9, Beta-Carotin, Lutein sowie die Ölsäure. Das Fett dieser Ölsäure besteht aus gesunden einfach ungesättigten Fettsäuren und macht es dadurch zum leicht verdaulichsten Öl für uns. Es ist nachgewiesen, dass die Ölsäure das schlechte LDL-Cholesterin senken und das gute HDL-Cholesterin erhöhen kann.
Aber auch äußerlich findet das Öl Verwendung. Z.B. sprödes Haar und Schuppen können mit 3-4 Esslöffeln erwärmten Öl behandelt werden. Nach der Haarwäsche das Öl in die Kopfhaut einmassieren und nach circa 1 Stunde mit Shampoo ausspülen.
Ganz besonders interessant bei der Olive sind die enthaltenen Antioxidantien wie Phenolverbindungen, Flavonoide, Hydroxyzimtsäuren, Anthocyanidine und Hydroxybenzoesäuren.
Im Detail ist hier z.B. die Rede vom Wirkstoff Oleuropein, welcher sowohl in der Frucht als auch in den Blättern enthalten ist. Er ist maßgeblich für den bitteren Geschmack der unverarbeiteten Olive verantwortlich. Also bei der Auswahl des Öls darauf achten, dass es möglichst viele Bitterstoffe enthält. Ein Extrakt aus den Blättern liefert zwischen 800 – 950 mg/100 ml. Die Frucht liefert je nach Reifegrad zwischen 4 und 350 mg/100 g.
Desweiteren haben wir den Wirkstoff Hydroxytyrosol. Er schützt vor freien Radikalen und ist dabei 100-mal stärker als Vitamin C. Die Olive ist die einzige natürliche Quelle dieses Polyphenols. Hinzukommen die oben schon erwähnte Ölsäure und das Oleocanthal.
Gemeinsam wirken sie gegen Bakterien, Viren und Parasiten, Bluthochdruck, Arteriosklerose, Entzündungen, erweitern die Gefäße, stärken das Herz-Kreislauf-System sowie das Immunsystem, senken den Blutzucker und sogar das Krebsrisiko. In der Studie “Potential chemopreventive activities of a polyphenol rich purified extract from olive mill wastewater on colon cancer cells” von 2016 wurde die tumorhemmende und krebsvorbeugende Eigenschaft von Polyphenol-Extrakt (v.a. Hydroxytyrosol) aus Oliven-Vegetationswasser in Bezug auf Tumorzellen des Dickdarms nachgewiesen.

Allgemeine Hinweise

Da Oliven manchmal schwarz eingefärbt werden, hier ein kleiner Tipp woran sie erkennen können, ob Eisensalz verwendet wurde. Sind die Oliven gefärbt, sind sie einheitlich schwarz und auch ihr Kern ist schwarz. Natürliche Oliven haben immer einen grünen Kern.