Geschichte und Vorkommen

Matetee oder auch einfach kurz Mate ist ein Getränk, das aus den gerösteten und zerkleinerten Blättern der Matepflanze (Ilex paraguariensis) hergestellt wird. Der Name stammt von dem Gefäß „Mati“, aus dem die Ureinwohner Südamerikas es gewöhnlich tranken. Der Legende nach hatte das gemeinsame Trinken von Mate aus nur einem Gefäß die Funktion einer Friedenspfeife und es war ein feierliches Ritual, die fein zerstampften Blätter mit heißem Wasser zu übergießen und den Trank für alle zuzubereiten. Aber auch im Alltag wurde Mate getrunken – nicht nur, um den Durst zu löschen, sondern auch bei Erschöpfung. In Paraguay trinkt man ihn auch heute noch gern in der Runde, bzw. schlürft ihn aus einem Saugrohr, der „Bombilla“. Den spanischen Eroberern blieb der belebende Matetee nicht lange verborgen. Als die Jesuiten im 17. Jahrhundert das heutige Paraguay besiedelten, begannen sie mit der Kultivierung der Matepflanze, die zur Gattung der Stechpalmen gehört. Bis zu ihrer Vertreibung behielten sie das Monopol in der Produktion und im Handel mit Mate.
Es dauerte es nicht lange, bis sich die guten Eigenschaften des Tees auch in Europa herumsprachen. Ende des 18. Jahrhunderts wurde erstmals in Portugal Mate getrunken. Und 1885 schrieb der französische Mediziner Dr. Doublet: „Der Genuss von Mate steigert die körperliche und geistige Aktivität und sorgt für allgemeines Wohlbefinden.“ Am besten gedeiht der in Südamerika beheimatete Matebaum bei feuchtwarmem Klima in einer Höhe von 400–800 m. In Paraguay, Argentinien und Südbrasilien wächst er noch immer wild.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

In Mateblättern sind C- und B-Vitamine sowie Folsäure enthalten, außerdem Kalium, Calcium, Magnesium, Natrium und die Spurenelemente Eisen, Mangan, Zink und Kupfer. Zu finden sind zudem Gerbstoffe, sekundäre und bitter schmeckende Pflanzenstoffe (Saponine). Weil Saponine fettspaltend wirken, kann Matetee zur Unterstützung von Schlankheitskuren getrunken werden. Die anregende Wirkung von Matetee wird zwei Wirkstoffen zugeschrieben, dem Koffein und vor allem dem Xanthin, das in diesem Fall Matein genannt wird. Diese Substanz wirkt auf das zentrale Nervensystem, stimuliert die psychomotorischen Fähigkeiten und wirkt gleichzeitig entspannend. Matein lindert Asthma, senkt den Blutdruck und unterstützt, anders als Koffein, den ruhigen Schlaf.

Allgemeine Hinweise

Der Matebaum wird bis zu 15 m hoch. Weil seine Früchte eine harte Schale haben und nicht von allein keimen, müssen sie erst in Wasser gelegt und die Schale aufgeweicht werden. Dann dauert es noch bis zu drei Monate, bis die ersten Keimlinge wachsen, und nochmals vier Jahre bis zur ersten Ernte. Dabei werden ganze Äste des Baumes abgesägt, aber nur die bis zu 20 cm langen, eiförmigen Blätter gelangen in die Verarbeitung. Matetee kann man ihn in Teegeschäften, Bioläden, Reformhäusern, Apotheken oder auch im normalen Supermarkt in Teebeuteln oder auch als loses Kraut kaufen. Er wird wie schwarzer Tee zubereitet.