Arten, Extrakt, Synonyme

Passionsfrucht

Geschichte und Vorkommen

Maracujas, auch süße Granadillas genannt, gehören zu den Passionsfrüchten – ein Sammelbegriff für etwa 400 tropische Fruchtarten, die alle aus Passionsblumen (Passiflora) entstehen. Diese Pflanzen sind ursprünglich in Süd- und Mittelamerika beheimatet. Die spanischen Seefahrer brachten einige Arten im 17. Jahrhundert erstmals nach Europa. Weil ihre wunderschönen Blüten mit ihren Staubgefäßen und Stempeln an die Dornenkrone und das Kreuz Jesu erinnern, erhielten sie den Namen Leidens- bzw. Passionsblumen. Die Ureinwohner Mittelamerikas vertrauen schon lange auf die heilenden und berauschenden Wirkungen der Passionsfrüchte. Es gibt sie in verschiedensten Größen und Farben von hellem Gelb bis zu dunklem Violett. Die wirtschaftlich bedeutendsten Passionsfrüchte sind die Purpurgranadilla (Passiflora edulis) und die Maracuja. Der Name Maracuja stammt aus dem Portugiesischen bzw. dem Indianisch-Brasilianischen und bedeutet „Pflanze, die Früchte gibt“. Maracujas gedeihen im Tropenklima am besten. Die gelbe Maracuja wird in Brasilien, Venezuela und auf Hawaii kultiviert. Die Purpurgranadilla gibt es ausschließlich in Kolumbien. Die braunlilafarbene Maracuja wird hingegen in den Tropen und Subtropen vieler Länder angebaut, dazu gehören Südamerika, Südafrika, Kenia, Ceylon, Taiwan, Australien und Neuseeland.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Wichtige Mineralstoffe in Passionsfrüchten sind Kalium, Kalzium, Magnesium, Phosphor und Eisen. An Vitaminen enthält vor allem die gelbe Maracuja an großes Angebot an Betakarotinen. Vitamin C und Nicotinamid, ein Vitamin aus der B-Gruppe, sind in vielen Passionsfrüchten ebenfalls reichlich vorhanden. Nicotinamid stärkt unsere Nerven und ist am Stoffwechsel der Kohlenhydrate beteiligt. Passionsfrüchte sollen den Blutdruck senken und beruhigen. In der Naturheilkunde werden auch die Blätter der Passionsblume verwendet. Sie kommen bei nervöser Unruhe, Schlafstörungen, Angstzuständen und depressiver Verstimmung zum Einsatz. Auch bei Verspannungen sowie Magen- und Darmbeschwerden sollen sie helfen.

Allgemeine Hinweise

Die Früchte der Passionsblumen sind botanisch gesehen Beeren. Alle Arten enthalten ein weiches, grünlich bis graues und sehr saftiges Fleisch mit vielen kleinen essbaren Kernen. Das Fruchtfleisch schmeckt erfrischend süß-säuerlich und ist äußerst aromatisch. Die Früchte selbst sind rundlich oder oval, 5–25 cm groß, mit einer bis zur Ernte glatten Schale, die bei der Purpurgranadilla später zu schrumpeln beginnt. Da diese Art nicht nachreift, sollten keine grünen, sondern nur Früchte mit dunkler und bereits schrumpliger Haut gekauft werden. Um an das Fruchtfleisch zu kommen, die Passionsfrucht quer halbieren und auslöffeln. Auch wenn sie weiterverarbeitet wird, ist ein Löffel das beste Besteck.