Beschreibung, Geschichte und Vorkommen

Mangan ist ein graues, sehr hartes, aber sprödes unedles Schwermetall. Als Braunstein (Mangan-4-Oxid) war es um die Zeitenwende schon den Römern bekannt. Allerdings ging man damals davon aus, dass Braunstein Eisen enthielte. Diese Vorstellung blieb Jahrhunderte bestehen, denn das Element Mangan sollte erst 1774 entdeckt werden. Im Periodensystem steht Mangan an 25. Stelle und hat das Symbol „Mn“. Wirtschaftliche Bedeutung erlangte es im 19. Jahrhundert, um damit Legierungen mit Eisen zu bilden.
Nur vier Jahre nach seiner Entdeckung wurden bereits Pflanzen auf ihren Mangangehalt untersucht. Dass es auch für den menschlichen Organismus ein wichtiges Spurenelement ist, wurde erst Mitte des 20. Jahrhunderts bekannt. Der menschliche Körper enthält zwischen 10 und 40 Milligramm Mangan. Davon befinden sich etwa 40 Prozent in den Knochen. In Leber, Nieren und Bauchspeicheldrüse sind ebenfalls größere Mengen zu finden. Gute Manganquellen sind einige Getreideprodukte wie Haferflocken und Weizenkeime sowie Nüsse, Hülsenfrüchte, Sojamehl, Rote Bete, Ananas, Heidelbeeren und Himbeersaft.

Wirkung und Anwendung

Mangan ist an der Bildung verschiedener Enzyme beteiligt. So baut es als Bestandteil des Enzyms Glykosyltransferase aus Zucker und bestimmten schwefelhaltigen Verbindungen eine Substanz auf, aus der Bindegewebe und Knorpel bestehen. Auch für das Wachstum der Knochen ist Mangan wichtig. Frauen, die an Osteoporose (brüchige Knochen, Knochenschwund) leiden, haben beispielsweise oft zu wenig Mangan im Blut. Die Schilddrüse benötigt das Spurenelement zur Produktion von Schilddrüsenhormonen. Mangan kann die Aufgaben von Eisen im Organismus teilweise ersetzen. Der Körper nimmt es bei Eisenmangel vermehrt auf, sofern es ihm angeboten wird. Zwischen 2 und 5 Milligramm liegt die empfohlene Tagesration. Der Mittelwert, also 3,5 Milligramm, ist enthalten in 75 Gramm Haferflocken, 140 Gramm Weizenvollkornbrot oder 350 Gramm Rote Bete.

Allgemeine Hinweise

Da Mangan zu den vergleichsweise ungiftigen Spurenelementen gehört, treten bei einem Überangebot durch die Ernährung keine Beschwerden auf. Anders sieht es bei manganhaltigen Psychopharmaka aus, die über lange Zeit eingenommen werden. Hier können als Nebenwirkungen zum Beispiel Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen auftreten.