Geschichte und Vorkommen

Der unter dem Namen Mandelpilz bekannte Agaricus blazei Murrill (ABM), ist ein Speisepilz, der in Verwandtschaft zum Champignon steht. Er wird auch Sonnenpilz genannt und ist in Europa noch weitestgehend unbekannt. Ursprünglich ist er im brasilianischen Regenwald beheimatet und wird heutzutage in großen Mengen vor allem in Brasilien und Asien kultiviert. Zum Gedeihen benötigt der Pilz fermentierten Nährboden und wächst im Gegensatz zu anderen Vitalpilzen nicht auf Holz.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Der Agaricus ist der Vitalpilz mit dem höchsten Anteil an wertvollen Polysacchariden. Ihnen wird eine stark stimulierende Wirkung auf das Immunsystem zugeschrieben. Hinzu kommt ein beachtlicher Beta-D-Glucanen-Gehalt. Dabei handelt es sich um eine Untergruppe der Polysaccharide mit gleicher Wirkung. Außerdem enthält der Mandelpilz Mineralstoffe, wie Kalium, Phosphor, Eisen oder Zink, Vitamine (u.a. Biotin und Niacin) und wichtige Aminosäuren, wie zum Beispiel Glutaminsäure.
In der Küche kann der Pilz Salate und Soßen verfeinern, als Beilage verzehrt, oder in Form eines Aufgusses als Tee genossen werden.
Wegen der Vielzahl immunsystemregulierender Wirkungen, von denen nicht zuletzt unsere Haut profitiert, kommt der Agaricus aber vor allem im medizinischen Bereich häufig in Form von Kapseln oder als Extrakt zum Einsatz. Seine Hauptanwendungsgebiete liegen dabei bei Erkältungen und Grippe, Hepatitis und Immunschwäche. Er wird aber auch zur Krebs- und Tumortherapie genutzt.
Denn bisherige Untersuchungen deuten darauf hin, dass der ABM schon in den ersten Phasen der Tumorentwicklung gegen die Veränderungen auf Zellebene wirken kann. Bei erhöhtem Krebsrisiko könnte er durch diese Eigenschaft zum präventiven Einsatz kommen. Auch bei Patienten mit metastasierenden Tumoren wird seine Wirkung von der medizinischen Forschung als positiv bewertet.
Weitere wissenschaftliche Untersuchungen zeigten, dass die Einnahme von ABM-Extrakt zu einer deutlichen Verbesserung des Immunsystems führt. Diese Eigenschaft spielt besonders bei der Prävention von allgemein entzündlichen Erkrankungen eine entscheidende Rolle. ABM kann durch seine Beta-Glucan-Fraktionen zu einer Erhöhung der Phagozytosetätigkeit führen und die Produktion entzündungsrelevanter Zytokine anregen. Bei Hauterkrankungen, insbesondere bei solchen, die durch Bakterien oder Viren ausgelöst werden, kann der Mandelpilz den Heilungsverlauf positiv beeinflussen. Studien zufolge ist er in der Lage, die Vermehrung bei einer Vielzahl pathogener Keime zu hemmen. Zur Linderung von Akne und Schuppenflechte eignet sich eine Behandlung mit ABM ebenfalls.
Zusätzlich konnte gezeigt werden, dass eine ABM-Supplementierung Einfluss auf die Bildung von Immunglobulinen nimmt. Dies führt zu einer Verlangsamung der Hypersensibilisierung gegenüber Antigenen. Sowohl diese Eigenschaft, als auch die Tatsache, dass er die Histamin-Ausschüttung beeinflussen kann, macht den Mandelpilz zu einem wichtigen Vitalpilz bei allergischen Reaktionen.
Bei Diabetes-Typ-2-Patienten wurde zudem nachgewiesen, dass eine begleitende Behandlung mit ABM-Extrakt die Insulinsensitivität signifikant verbessert. Diese Einsatzmöglichkeit blieb bislang noch weitestgehend unbeachtet und könnte neue Perspektiven eröffnen.

Allgemeine Hinweise

Wie sein Name bereits vermuten lässt, erinnert der Geruch des Mandelpilzes an Mandeln. Ein weiterer alternativer Name ist „Lebenspilz“ oder sogar „Pilz des Gottes“, wie er von den Einheimischen früher genannt wurde. Beide Bezeichnungen deuten bereits auf seine immense Wirkung hin, die übrigens rein zufällig entdeckt wurde. Als Wissenschaftlern auffiel, dass in der Landbevölkerung um São Paulo diverse Krebserkrankungen gar nicht oder nur sehr selten auftraten, fingen sie an nachzuforschen. Untersuchungen ergaben dann, dass der Grund dafür der regelmäßige Verzehr des damals noch wild wachsenden Pilzes war. Diese Entdeckung erfolgte erst vor wenigen Jahrzehnten.