Geschichte und Vorkommen

Der Gemüsemais zählt zur Familie der Poáceae oder Gramínae und wird als Körnerfrucht angebaut. Durch seine Einhäusigkeit, das heißt durch seine getrenntgeschlechtlichen Blüten, weicht er von allen anderen Getreidesorten ab. Die männlichen Blüten stehen dabei an der Halmspitze in Rispen, die weiblichen Fruchtstände bilden von Hüllblättern umgebene Kolben. Mais wird vornehmend in warmen Gegenden sowohl als Körnerfrucht, als auch als Gemüsepflanze angebaut. Archäologische Funde zeigten, dass er bereits 3000 v. Chr. in Peru und Mexiko angepflanzt wurde. In Mexiko liegt vermutlich auch die ursprüngliche Heimat des Mais, seine Wildform wurde bisher jedoch noch nicht gefunden. Man vermutet aber, dass er aus einer südamerikanischen Grasart entstanden ist. Der Name stammt von den Bewohnern der karibischen Inseln, die die Pflanze „mahiz“ nannten.
Obwohl es sich beim Mais um eine Pflanze der Tropen und Subtropen handelt, gedeihen einige Sorten auch in gemäßigten Breiten. Frost ertragen sie jedoch nicht, ihr Temperaturoptimum liegt bei 30 ° C. Angebaut wird der Mais heutzutage in Amerika, dem Balkan, in Deutschland, England, Frankreich, Israel, Italien, Spanien und in den Niederlanden.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Mais wird noch unreif, im Stadium der „Milchreife“ geerntet. Zu diesem Zeitpunkt ist der Zuckergehalt noch besonders hoch. Er verleiht dem Mais ein angenehm süßes Aroma und ist das wichtigste Qualitätsmerkmal des Gemüsemais. Denn vom Feld- beziehungsweise Körnermais unterscheidet er sich in einem rezessiven Gen, das die Umwandlung des Zuckers in Stärke verlangsamt. Anhand des Zuckergehalts unterscheiden sich auch die verschiedenen Sorten des Gemüsemais, die von normalsüß bis extrasüß reichen.
Mais enthält die Vitamine B 1, B 2, B 3, B 6, C und E sowie Folsäure, Eisen und Eiweiß. Hinzu kommen Calcium, Kalium, Magnesium, Natrium, ätherisches Öl und Carotinoide wie Zeaxanthin. Der Proteinanteil des Mais besteht zu einem hohen Prozentsatz aus Prolaminen und Glutelinen.
Zuckermaiskolben werden gekocht, gegrillt, gebraten oder gebacken zu Gemüse und roh als Garnitur oder Salat verzehrt und zu Steril- und Gefrierkonserven verarbeitet. Mais eignet sich außerdem zur Herstellung von Polenta, einem beliebten Maisbrei, Fladen, wie Tortilla und Flocken (Cornflakes). In einigen Ländern, wie zum Beispiel in Rumänien oder Mexiko wird Mais als Zumischmehl zur Herstellung von Brot und glutenfreier Backwaren verwendet. Aus Maisstärke lässt sich Stärkesirup, Traubenzucker, Stärke und Dextrin gewinnen. Hinzu kommt die Herstellung von alkoholischen Getränken und Maiskeimöl. Maiszucker, der aus der Stärke de Maiskornes gewonnen wird und als „Cornsirup“ bezeichnet wird, ist in der amerikanischen Getränkeindustrie das Hauptsüßungsmittel. Futtermais wird als Viehfutterpflanze genutzt. Er ist nicht so süß, wie der Zuckermais, sondern schmeckt mehlig und trocken. Uns dient er daher häufig Dekorationszwecken und nicht dem Verzehr.
Maiswurzeln, -blättern und den seidigen Maisfäden wird die Heilung von Blasen- und Galleleiden, Harnbeschwerden, Nierensteinen und Wassersucht zugeschrieben. Außerdem wirken sie blutzuckersenkend und schmerzlindernd.

Allgemeine Hinweise zum Mais

Der in den USA angebaute Mais ist zu einem hohen Prozentsatz gentechnisch verändert. Meist handelt es sich um Bt-Mais, in den die genetische Information eines Bodenbakteriums eingebracht wurde, das eine Resistenz gegen Schadinsekten von Mais bewirkt.