Beschreibung, Geschichte und Vorkommen

Magnesium ist ein Mineralstoff, der in der Natur überwiegend in Verbindungen wie Chloriden, Karbonaten, Silikaten und Sulfaten vorkommt. Ganze Gebirgszüge bestehen aus magnesiumhaltigem Mineral. Bestes Beispiel dafür ist das Mineral Dolomit – aus ihm bestehen die Dolomiten. In Gewässern (und in unserem Leitungswasser) ist Magnesium zusammen mit Kalzium für die Wasserhärte verantwortlich. Die häufigste Magnesiumverbindung in der Natur befindet sich jedoch im Blattgrün der Pflanzen, dem Chlorophyll. Wie der Name Magnesium entstanden ist, wird unterschiedlich beschrieben. Zum einen könnte es auf das altgriechische Wort für Magnetstein zurückgehen. Zum anderen sind auch geografische Ursprünge möglich. Auf alten Landkarten taucht Magnesia nämlich sogar zweimal auf: als Gebiet im östlichen Griechenland und als Stadt in Kleinasien, dem Gebiet der heutigen Türkei. Als ein chemisches Element wurde Magnesium 1755 in England erkannt und 1808 das erste Mal durch Elektrolyse isoliert. Dass es für den Menschen lebensnotwendig ist, erkannten Forscher 1933. Selbst produzieren kann der Körper Magnesium nicht, auch wenn ein Erwachsener im Durchschnitt etwa 25 g davon im Körper gespeichert hat. Deshalb muss es über die Nahrung zugeführt werden. Es kommt hauptsächlich in pflanzlichen Lebensmitteln vor. Gute Lieferanten sind Vollkornbrot umnd Getreide, Nüsse und Samen, Bananen und Beeren sowie Gemüse. Auch in Milch und Milchprodukten, Geflügel, Fleisch und Fisch ist Magnesium enthalten.

Wirkung und Anwendung

Magnesium ist Bestandteil der Knochen und stabilisiert sie. Weiter ist es verantwortlich für die Muskelkontraktion und für die Reizübertragung von Nerven auf Muskeln. Rund 300 Enzyme im menschlichen Körper werden durch Magnesium aktiviert, die wichtig für den Energiestoffwechsel sind. Magnesium gilt im menschlichen Organismus als Gegenspieler von Metall: Es blockiert den Eintritt von Kalzium in die Gefäß- und Herzmuskelzellen, verhindert damit eine Verkalkung. Frauen wird die Aufnahme von täglich etwa 280 mg Magnesium, Männern von etwa 350 mg empfohlen. Durch hohe Schweißverluste erhöht sich die tägliche Ration, etwa bei großer körperlicher Anstrengung oder bei Hitze. Ein Magnesiummangel tritt eher selten auf, möglich ist er bei Schwangeren und Stillenden, bei Alkohol- oder Abführmittelmissbrauch sowie bei Durchfallerkrankungen.

Allgemeine Hinweise

Der Magnesiumbedarf lässt sich mit einer ausgewogenen Mischkost gut decken. Bei einseitiger Ernährung wird die Versorgung schwieriger. Um den Tagesbedarf zu decken, wären wahlweise 17 Portionen Erdbeeren, 6 Bananen oder 7 Scheiben Vollkornbrot nötig. Ob Magnesiumpräparate bei Waden- bzw. Muskelkrämpfen helfen, wie es vielfach empfohlen wird, konnte durch Studien bisher nicht belegt werden. In jedem Fall wird ein Zuviel des Stoffes vom Körper wieder ausgeschieden. Zusatzpräparate gibt es meist als Brause-, Kau- oder Lutschtabletten in Apotheken, Supermärkten und Drogerien.