Geschichte und Vorkommen

Der Löwenzahn besitzt rund 500 Volksnamen. Beispielsweise wird er auch gewöhnliche Kuhblume, Ketten- und Hundeblume oder Maistaude genannt. Es handelt sich um die gelbblühende, mehrjährige und weitverbreitete Pflanze, die zur Familie der Korbblütler gehört. Ihre grundständigen Blätter können aufrecht stehen oder ausgebreitet sein. Verwandt ist der Löwenzahn zudem mit der Wegwarte, dem Lattich und der Schwarzwurzel. In Deutschland ist er meist nur als Wildkraut bekannt, wobei er im Mittelmeerraum hingegen schon lange als Gemüse genutzt wird. Bereits im Altertum wurde der Löwenzahn als Heilpflanze geschätzt. Wilden Löwenzahn, zumeist als Unkraut bezeichnet, findet man vornehmlich auf Wiesen, Äckern und im Garten. Er verbreitet sich außergewöhnlich schnell, da sich aus der Blüte eine flaumige, fallschirmartige Kugel bildet, bestehend aus unzähligen Samen, die sich bereits bei einem leichten Luftzug weit verstreuen. Der Anbau findet in verschiedenen europäischen Ländern statt. Die Aussaat erfolgt dabei im April, sodass die Ernte ab Anfang Februar bis Anfang April des nächsten Jahres stattfinden kann.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Die Wurzeln und Blätter des Löwenzahns enthalten Bitterstoffe, wie Taraxasterol, Taraxerol und Taraxin. Zu den Hauptinhaltsstoffen zählen unter anderem auch Pektine, ätherisches Öl, Flavonoide, Sterole, Carotine (wie zum Beispiel β-Carotin oder Lutein) und Xanthophylle. Der hohe Provitamin-A-Gehalt des Löwenzahns liegt über dem der Karotte und ist doppelt so hoch wie im Spinat. Er gilt somit als wichtigster Provitamin-A-Lieferant unter den konventionellen Gemüsesorten. Im Herbst kann die Löwenzahn-Wurzel bis zu 40% des Ballastoffs Inulin und Cholin enthalten, ein Stoff, der auch in der Leber vorkommt. Die jungen Blätter des Löwenzahns dienen dem Verzehr und können als Salat oder wie Spinat zubereitet werden. Das hellgrüne, innere Blattherz ist dabei am schmackhaftesten. Die älteren Blätter des Löwenzahns finden gekocht auch Anwendung in Suppen. Da sich die getrockneten Wurzeln zur Herstellung von Kaffeesurrogat eignen, waren sie früher ein bedeutender Handels- und Ausfuhrartikel. Löwenzahnblüten können zu Sirup, Löwenzahnwein, -schnaps und –gelee verarbeitet werden. Die jungen, noch geschlossenen Blütenknospen dienen als Kapernersatz oder zur Abrundung eines (Frühlings-)Gerichts. Doch auch in medizinischer Hinsicht ist der Löwenzahn wertvoll. Aufgrund seiner beruhigenden, blutdruckregulierenden, blutreinigenden und Gallen- und Nierenfunktion anregenden Wirkung, zählt er häufig zu den Bestandteilen von Blutreinigungstees. Löwenzahnblätter wirken appetit- und verdauungsanregend, allgemein stärkend, harntreibend, entwässernd und stoffwechselanregend. Frisch gepresster Saft der Löwenzahn-Blüten und –Blätter gilt in der Naturheilkunde als entgiftendes und fettabbauendes Aktivierungs- und Universalmittel für Leber, Galle, Magen, Darm und Niere und hilft, das Immunsystem und die Hautregeneration zu steuern. Mit dem giftigen, weißen Milchsaft des Stängels können Warzen und Hühneraugen behandelt werden.

Allgemeine Hinweise

Im Altertum wurde der Löwenzahn erstmals von den arabischen Ärzten Rhazes und Avicenna beschrieben. Heutzutage gehört er zu den dreizehn ersten vom Bundesgesundheitsamt „amtlich anerkannten“ Heilmitteln. Zum Schluss noch ein Tipp: Die Wurzeln dienen geröstet als Kaffeeersatz!