Geschichte und Vorkommen

Auch wenn der Kürbis (Cucurbita) als Gemüse angesehen wird, handelt es sich bei ihm botanisch gesehen um die größte Beere der Welt. Die Familie der Kürbisgewächse umfasst etwa 120 Gattungen und um die 800 Arten. Für uns Mitteleuropäer sind nur drei Arten von wirklich wichtiger Bedeutung. Einmal der Riesenkürbis (Cucurbita maxima) mit meist orangefarbenem Fruchtfleisch. Zu ihm gehören Sorten wie Gelber Zentner und der dagegen fast winzige Hokkaido. Dann der Moschuskürbis (C. moschata) mit sehr aromatischem Fruchtfleisch. Am weitesten verbreitet ist der Gartenkürbis (C. pepo). Ihn gibt es in vielen Formen und Farben. Bereits die Azteken, Inkas und Mayas kannten den Kürbis. Archäologische Funde lassen vermuten, dass er in Peru und Mexiko schon 5000 v. Chr. angebaut wurde. Jedoch nicht nur zum Essen, sondern auch für Heilzwecke und um Flaschen, Schüsseln und Kellen aus ihm anzufertigen. Außerdem dienten ausgehöhlte Kürbisse als Musikinstrumente und Schwimmbojen. Als Kolumbus in Amerika landete, stieß er schon bald auf den Kürbis. Durch ihn, aber auch durch andere Eroberer gelangten Kürbissamen in alle Welt. Heutzutage wird die Riesenbeere in Europa, Asien, in Süd- und Nordamerika angebaut. In den USA ist der Kürbis zum Symbol des Halloween-Festes geworden. Jedes Jahr in der Nacht zum 1. November leuchten in den amerikanischen Vorgärten die ausgehöhlten, mit einer Kerze versehenen Früchte, in die zuvor gruselige Fratzen geschnitzt wurden.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Das kalorienarme Kürbisfleisch enthält kaum Zucker, dafür jedoch viel Betakarotin sowie die Vitamine C, E und die der B-Gruppe. An Mineralstoffen kommen Kalium, Phosphor und Eisen vor. Die B-Vitamine spielen im Körper eine wichtige Rolle für Nerven und Stoffwechsel. Das Fruchtfleisch eignet sich gut als Kost für Magenkranke. Noch wertvoller als das Kürbisfleisch sind die Kerne, beziehungsweise das aus ihnen gewonnene Öl. Es besteht in der Mehrzahl aus einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren, darunter Linol- und Linolensäure, die unter anderem dem Verklumpen von Blutplättchen entgegenwirken. Außerdem enthalten Kürbiskerne Magnesium, Eisen, Kupfer, Selen und viel Zink. Ein weiterer herausragender Vitalstoff ist Vitamin E, ein wirksamer Schutz gegen freie Radikale. Kürbiskernen schreibt man eine positive Wirkung auf Prostataleiden und Reizblasen zu. Auch um besser zu entwässern, werden sie eingesetzt.

Allgemeine Hinweise

Kürbisse sind rasch wachsende einjährige Pflanzen. Ihr gewundener Stängel mit wechselständigen Blättern liegt am Boden oder rankt sich empor und kann mehrere Meter lang werden. Die Kürbisblüten sind leuchtend gelb und essbar. Weich und zum Mitessen ist die Schale der Sommerkürbisse, zu ihnen gehören auch alle Zucchiniarten. Kürbisse lassen sich zu Suppe, Kuchen, Chutney und traditionell als süßsaure Beilage verarbeiten. In den letzten Jahren hat sich die uralte Kulturpflanze zum Trendgemüse gemausert