Geschichte und Vorkommen

Beim Echten Kümmel (Carum carvi) handelt es sich um 3-6 Millimeter lange Samenkörner, die eigentlich als Früchte gelten. Als Gewürz sind die reifen, getrockneten Spaltfrüchte auch wegen ihres prägnanten Geschmacks äußerst bekannt. Vermutlich handelt es sich dabei sogar um eines der ältesten Gewürze der Welt. Auf seine sehr frühe Nutzung deuten nicht nur Funde aus der Jungsteinzeit hin, sondern auch seine Entdeckung im Grab des Tutanchamun. Kümmel wird von einem in Europa weitverbreiteten, zweijährigen Doldengewächs gewonnen, das vor allem in den Niederlanden, Mitteldeutschland und Friesland angebaut wird. Die Pflanze erreicht eine Höhe von 30 bis 100 cm und besitzt aufrechte, kahle Stängel. Wildwachsend ist sie auch auf Wiesen und Wegrändern in den Alpen und ganz Europa, als auch in gemäßigten Zonen Asiens vorzufinden. Sie bevorzugt sonnige, aber feuchte Standorte.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen des Kümmels zählen, wie bei vielen Gewürzen, das ätherische Öl (3 bis 7%). Es besteht zu 50-80% aus Carvon und zu 20-30% aus Limonen und ist für den charakteristischen Geschmack und Geruch verantwortlich. Hinzu kommen Proteine, fettes Öl, Kohlenhydrate und Flavonoide. In den Blättern sind bis zu 200mg und in den Wurzeln bis zu 60mg Vitamin-C enthalten. Kümmel verfügt über einige nützliche Funktionen. So wirkt er verdauungs- und fettverdauungsfördernd, krampflösend und auch antimikrobiell. Zudem fördert er die Durchblutung der Magen- und Darmschleimhaut und die Sekretion des Magensaftes. Da es sich beim Kümmel um das wirkungsvollste pflanzliche Mittel gegen Blähungen handelt, ist es nicht verwunderlich, dass er in der Medizin zum Beispiel als Tee oder Kümmelöl schon sehr lange genutzt wird. Dieser Eigenschaft ist es auch zuzuschreiben, dass Kümmel zum Bestandteil einiger blähungsfördernden Speisen wie Zwiebelkuchen, Krautsalat oder Kohlgerichten wurde. Zudem dient er zum Würzen von Kartoffeln, Quark, Suppen und Soßen, das Gewürz kommt aber auch als Streugewürz für Süß- und Backwaren, sowie in Likören (z.B. Aquavit) und des Öfteren zum Einsatz. Ferner kann Kümmel äußerlich auch als Einreibemittel bei Rheumatismus oder Pleuritis angewandt werden. Aus seinen jungen Blättern und Trieben werden Salate und Beilagen zu Fleisch- und Fischgerichten hergestellt. Hervorzuheben ist die Wirkung des Kümmelöls, das durch Wasserdampfdestillation aus den getrockneten Früchten gewonnen wird. Die Flüssigkeit enthält zu rund 60% den kümmeltypischen Stoff Carvon, dem die Hauptwirkungen des Kümmels zugeschrieben werden. Durch seine krampflösende und blähungstreibende Wirkung kann das Öl beim Reizdarmsyndrom eingesetzt werden. Es wirkt selektiv auf das Wachstum pathogener Keime, ohne dass es zu negativen Effekten auf der Darmflora kommt. Durch eine Senkung der Oberflächenspannung des Magen- bzw. Darmsaftes erreicht das Kümmelöl ausgeprägte schaumverhütende und damit entblähende Effekte. Es wird ausschließlich äußerlich angewandt und dabei auf die Bauchhaut aufgetragen und eingerieben.

Allgemeine Hinweise

Die empfohlene Tagesdosis des Kümmels beträgt 1,5 bis 6 Gramm. Der Echte Kümmel lässt sich übrigens deutlich vom Kreuzkümmel abgrenzen, denn sie unterscheiden sich völlig in ihrem Geschmack. Dies zeigt sich auch in der unterschiedlichen Verwendung der beiden Gewürze. Während der echte Kümmel, der deutlich milder ist, vorwiegend auf europäischen Speiseplänen seinen Platz findet, wird der Kreuzkümmel in der indischen, asiatischen, südamerikanischen und auch der nordafrikanischen Küche oft verwendet.