Beschreibung und Vorkommen

Schnuppert man den Duft von Kokosöl, nascht man Gebäck mit Kokosflocken oder isst ein würziges, exotisches Gericht mit Kokosmilch, sagt fast jeder automatisch Mmmh! und lächelt: Mit der exotischen Frucht verbindet fast jeder positive Gefühle. Die Kokosnuss ist Jahrtausende alt – aber keiner kennt genau ihre Herkunft: Vermutlich kommt sie aus Melanesien, einer Inselgruppe im südlichen Pazifik. Da Kokosnüsse leichter als das Meerwasser sind und dazu noch sehr lange haltbar, konnten sie weite Strecken über das Meer treiben und an neuen Stränden Wurzeln schlagen. Heute ist die Kokospalme weltweit in den Tropen verbreitet und gehört dort zu den wichtigsten und vielseitigsten Nutzpflanzen. Denn sie bietet den Menschen Bau- und Brennstoffe – und wertvolle, gesunde Nahrung. Die Frucht der Palme, die Kokosnuss, gehört botanisch nicht zu den Nussarten sondern ist eine Steinfrucht. Kokosnüsse, die man bei uns kaufen kann, stammen überwiegend aus Thailand, Sri Lanka und Südamerika.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Auch wenn es sich um eine Steinfrucht handelt, mach der Name Kokosnuss Sinn: Denn das weiße Fruchtfleisch hat ein nussiges Aroma. Die Tropennuss ist ein vielseitiges gesundes Nahrungsmittel. Sie regt den Stoffwechsel an, hilft beim Abnehmen, wirkt gegen Bakterien und Pilze, kämpft gegen Krebszellen, lässt den Cholesterinspiegel in Frieden und unterstützt auch unsere kleinen grauen Zellen. In den Ländern, in denen die Kokosnuss als Grundnahrungsmittel zählt, gehören Herzinfarkt und Schlaganfall zu den selteneren Krankheiten. Kokosnüsse sind kleine Ernährungswunder. Im inneren der Nuss findet sich das Kokoswasser. Die klare Flüssigkeit schmeckt, wenn die Früchte noch sehr jung und frisch sind, süßlich. Kokoswasser ist äußerst fettarm, dabei aber reich an wertvollen Mineralstoffen und Spurenelementen wie wie Kalium, Kalzium, Natrium, Phosphor, Eisen, Zink, Mangan, Selen und Kupfer. Sportler schätzen Kokoswasser als Iso-Drink-Ersatz, da es sich durch seine Zusammensetzung perfekt dazu eignet, um den Mineralstoffhaushalt des Körpers nach dem schweißtreibenden Workout wieder aufzufüllen. In Tierversuchen konnte zudem nachgewiesen werden, dass Kokoswasser ein hohes antioxidatives Potential besitzt. Nicht zu verwechseln ist das Kokoswasser mit der Kokosmilch. Letztere ist das Erzeugnis aus mit Wasser püriertem und hernach ausgepresstem Kokosfruchtfleisch. Fruchtfleisch und Milch sind sehr fettreich, dabei aber frei von Cholesterin, frei von Transfettsäuren und reich an mittelkettigen, antibakteriell wirksamen Fettsäuren, die vom Körper nur ungern als Fett eingelagert werden. Daher ist die kalorienreiche Kokosnuss kein extremer Dickmacher. Die mittelkettigen Triglyceride, wie sie im Kokofruchtfleisch und in der Kokosmilch zu finden sind, werden als MTC bezeichnet. US-Studien konnten zeigen, dass der Verzehr von MTC positive Auswirkungen auf den Cholesterinspiegel hat. Eine weiterer besonderer Inhaltsstoff im Kokosnussfleisch ist die Laurinsäure. Sie ist für ihre antimikrobielle und antivirale Wirkung bekannt. Und der hohe Kupfergehalt der Nuss trägt indirekt zur Bildung von Neurotransmittern bei. Diese Botenstoffe sind für den Informationsaustausch zwischen den einzelnen Zellen zuständig. Ein regelmäßiger Verzehr der kupferhaltigen Kokosnuss und ihrer Produkte soll, so Untersuchungen, die Gehirnfunktionen angeregt werden. Derzeit wird intensiv geforscht, ob man damit auch Erkrankungen wie Alzheimer Paroli bieten kann. Auch der hohe Ballaststoffgehalt der Tropennuss ist ein Gesundheitsplus. Ballaststoffe halten den Magen-Darmtrakt fit, können einer Verstopfung vorbeugen, den Blutzucker senken und so auch vor Diabetes schützen. Tipp: Mit Kokosflocken kann man backen, Müslis aufpeppen und gekochten Speisen einen besonderen Pfiff verleihen – und dabei zugleich von den positiven Eigenschaften des Kokosfleisches profitieren. Aus dem fettreichen Kokosfleisch wird auch ein vielseitiges Öl gewonnen. Kokosöl eignet sich hervorragend zum Kochen und braten, da es problemlos hoch erhitzt werden kann, ohne dass sich krebserregende Stoffe bilden. Auch in der Haut- und Haarpflege schätzt man das nahrhafte Öl. Zudem kann Kokosöl die empfindliche und kranke Haut bei der Heilung von Schuppenflechte, Neurodermitis und anderen Ekzemen unterstützen. Dazu sollte das Kokosöl nicht nur regelmässig aufgetragen, sondern auch innerlich eingenommen werden. Hundebesitzer schwören auf Kokosöl als Zeckenabwehrmittel. Achtung: Kokosöl ist kühl gestellt fest, bei Zimmertemperatur geschmeidig bis flüssig. Kokosmus ist ein weiteres Highlight in der Kokoswelt. Für seine Herstellung wird das frische Fruchtfleisch schonend gemahlen und in Gläser abgefüllt. Es versorgt den menschlichen Körper mit allen gesundheitlichen Vorteilen des Kokosöls und ist ein feiner, veganer „Butterersatz“. Wegen seines feinen, leicht süßlichen Geschmacks kann es auch zum Verfeinern gekochter Speisen verwendet werden. Zöliakie-Patienten, Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit und alle, die gerne kohlenhydratarm und/oder glutenfrei leben möchten, sollten Kokosmehl für die Zubereitung von süßem und salzigen Gebäck einsetzen. Denn Kokosmehl ist glutenfrei, sehr arm an Kohlenhydraten (Weizenmehl besteht zu ca. 70 % aus Kohlenhydraten, Kokosmehl kommt auf ca. 16 % KH) und ballaststoffreich (Kokosmehl enthält ca. 40 % Ballaststoffe, Weizenmehl ca. 4 %).

Besonderheit

Eine besondere Delikatesse ist Kokosblütenzucker. Es schmeckt mit einem Hauch Kokos ganz fein nach Karamell, aber viel sanfter als Vollrohrzucker. Es wird aus dem Blütennektar der Kokospalmblüten gewonnen und zeichnet sich durch einen niedrigen glykämischen Index und niedrigen Gehalt an Fruchtzucker aus. Dadurch kann Kokosblütenzucker den Blutzuckerspiegel in der Waage halten und ist auch für Menschen mit einer Fructoseintoleranz eine ideale Alternative.

Allgemeine Hinweise

Machen Sie beim Kauf von frischen Kokosnüssen die Schüttelprobe – gluckert es, ist die Kokosnuss noch in Ordnung, also noch relativ frisch. Gluckert sie nicht, Finger weg. Denn dann ist die Nuss bereits ausgetrocknet, das Kokosnussfleisch schmeckt dann seifig, ist ungenießbar. Bei 0 Grad sind Kokosnüsse bis zu 2 Monate haltbar.