Beschreibung und Vorkommen

Die rundförmige, gelb- bis dunkelrotfarbige Kirsche ist eine Steinfrucht, die zu den Rosengewächsen (Rosacea) zählt und sich in verschiedene Sorten unterteilt. Neben der normalen Kirsche gibt es zum Beispiel Sauer- und Amarena-Kirschen, sowie schwarze Kirschen. Amarena-Kirschen nennt man schwarz-rote Süßkirschen, die in Zuckersirup eingelegt werden. Die Unterscheidung in Süß- und Sauerkirsche besteht erst seit dem 18. Jahrhundert. Wildkirschen waren im alten Rom bereits früh verbreitet. Den ersten Süßkirschbaum brachte schließlich der römische Feldherr Luculus 74 v. Chr. von der Schwarzmeerküste mit nach Italien. Etwa 120 Jahre später fand die Edelkirsche auch Einzug in Deutschland, Österreich und der Schweiz und nach und nach in Großbritannien und Nordeuropa. Angebaut wird die Kirsche in ganz Europa und Anfang Mai geerntet. Die Sauerkirsche (Prunus cerasus L) stammt vom Sauerkirschbaum ab, der am besten in durchlässigen, nicht zu trockenen Böden gedeiht. Sie besitzt den doppelten Chromosomensatz der Süßkirsche. Die Reifezeit der Sauerkirsch-Sorten liegt zwischen Mitte Juli und Anfang August.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Zu den Inhaltsstoffen der Kirsche zählen Apfel- und Zitronensäure, Calcium, Farbstoffe, Folsäure, Gerbstoffe, Kalium, Kieselsäure, Magnesium, Natrium und Mineralsalze. Sie verfügt über einen hohen Phosphor- und Eisengehalt, sowie Provitamin A und die Vitamine B, 1, B2, B6, C und E. Der Vitamingehalt von Süßkirschen ist dabei im Allgemeinen höher als der von Sauerkirschen. Kirschen eignen sich neben dem Verzehr als Frischfrucht auch zur Herstellung von Eisdesserts, Pralinen, Kuchen, Kaltschale, Saft, Desserts, Kompott, Konfitüre und Kirschwasser. Sauerkirschen sind aufgrund ihres hohen Säuregehalts fast ausschließlich nur zur Verarbeitung und nicht zum Verzehr bestimmt. So werden sie beispielsweise zur Füllung von Pralinen oder zur Herstellung von Cherry Brandy verwendet. Im Geschmack variieren die Kirschen je nach Sorte von zuckersüß bis extrem sauer. Trocken und kühl lassen sie sich drei bis fünf Tage lagern, bevor sie verderben. Durch den einmaligen Mix aus Vitaminen und Mineralstoffen ist Kirschengenuss aus naturmedizinischer Hinsicht sehr gesund. Sie wirkt verdauungsanregend, fettneutralisierend, entschlackend, herzstärkend, regenerierend, entwässernd und harnspiegelsenkend. Zu den zahlreichen Wirkungsweisen gehört auch, dass Kirschen Gicht- und Rheumaschmerzen lindern und die Zähen vor Karies und Parodontose schützen. Nachweislich stärken sie auch die Sehleistung. Während Sauerkirschen die Arbeit von Leber und Niere unterstützen, sollte man bei Magenübersäuerung süße Kirschen verzehren. Tee aus Sauerkirschen hat eine harntreibende, blutstillende, entzündungshemmende und bei Durchfall stopfende Wirkung. Hildegard von Bingen nutzte die Anwendung einer Kirschkernsalbe auf Basis von Bärenfett bei Neurodermitis, entzündlichen Geschwüren und Schuppenflechte.

Allgemeine Hinweise

Die Reifezeit der Kirsche wird in „Kirschwochen“ angegeben. Die frühesten Sorten reifen dabei in der ersten Woche, die am 1. Mai beginnt. Insgesamt erstrecken sich die zwölf Kirschenwochen bis zum 31. Oktober. Man nennt die Kirsche übrigens auch „Königin der Früchte“.