Arten, Extrakt, Synonyme

Möhre, Schwarzkarotte

Geschichte und Vorkommen

Je nach Region heißt sie Möhre oder Mohrrübe, Karotte, gelbe Rübe, Rübli wird sie in der Schweiz genannt und in manchen Gegenden schlicht Wurzel. Wildformen der Möhre (Daucus carota ssp. sativus) wachsen heute noch in Asien und Südeuropa, doch eigentlich ist der orangefarbene Spross aus der Familie der Doldenblütler auf der ganzen Welt zuhause. Im kühlen Mitteleuropa wurden die ersten Möhren angebaut, und zwar bereits in der Jungsteinzeit, die bis etwa 1750 vor Christi dauerte. Den Beweis dafür fanden Archäologen in der Umgebung historischer Schweizer Pfahlbauten in Form von Möhrensamen. In dieser Zeit wurde dort bereits Ackerbau betrieben. Die heute als Gemüse angebaute Möhre existiert in 500 verschiedenen Sorten. Es gibt längliche und kurze Möhren, walzen- und kegelförmige sowie rundliche Möhren. Die Farbpalette der süßlich schmeckenden Rübe reicht von weiß bis dunkelrot, die meisten Exemplare sind jedoch orangefarben. Ganze 248.000 Tonnen Möhren verbrauchen wir hierzulande jährlich, etwa die Hälfte davon stammt aus deutschem Anbau. Importe kommen vor allem aus Frankreich, den Niederlanden und Italien.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Betakarotin ist der wichtigste Inhaltsstoff der Möhre. Kein anderes Obst oder Gemüse enthält soviel davon wie sie. Möhren mit kräftiger Farbe haben dabei den höchsten Anteil dieser Substanz, die in den Zellwänden der Wurzel lagert. Betakarotin wirkt als Radikalfänger. Es nimmt zum einen die aggressive Energie von freien Radikalen auf und leitet sie als Wärme ab, zum anderen macht es diese auf chemischem Weg unschädlich. Außerdem bietet Betakarotin einen natürlichen Lichtschutz, sowohl für die Pflanze selbst als auch für den Menschen. Durch regelmäßige Zufuhr von BetaKarotin verringert sich die Sonnenbrandgefahr – ein Schutzmittel ist bei starker Sonnenstrahlung aber trotzdem nötig (besser noch: In den Schatten gehen). Zu einer Überversorgung im Körper kann es nicht kommen, da der Körper daraus nur soviel Vitamin A bildet, wie er braucht. Betakarotin in hoher Dosierung kann allerdings die Haut braun färben. Babys, die viel mit Karottenbrei gefüttert wurden, sind durch ihren „gesunden“ Teint leicht zu erkennen. Betakarotin ist die Vorstufe von Vitamin A. Im menschlichen Körper wird es unter Zuhilfenahme von Fett dahin umgewandelt. Weitere Vitalstoffe in der Möhre sind die Vitamine B1, B2 und K, Folsäure, Kalium, Kalzium, Eisen und Mangan. Da Möhren sehr bekömmlich sind, spielen sie eine wichtige Rolle als Schonkost. Sie sind genau das Richtige für empfindliche Mägen und für Babys. Jedoch helfen sie entgegen der volkstümlichen Meinung nicht bei Sehschwäche.

Allgemeine Hinweise

Möhren schmecken roh und kurz gedünstet im Salat, als Beilage und in Suppen, auch zusammen mit anderen Gemüsesorten und in Olivenöl gebraten. Sogar zum Backen lassen sie sich verwenden, berühmtes Beispiel ist die Schweizer Rüblitorte. Kleine und junge Möhren brauchen nur gründlich gebürstet und gewaschen werden, dickere Exemplare verlangen nach dem Schäler. Möhren werden fast zu jeder Jahreszeit geerntet, außer im Winter. Im Frühling gibt es die zarten Bund- oder Frühmöhren mit Grün, von Juni an Wasch- oder Sommermöhren, und ab November Spät- oder Lagermöhren. Bundmöhren halten sich im Gemüsefach des Kühlschranks einige Tage, wenn zuvor das Grün entfernt wurde. Es entzieht den Möhren die Feuchtigkeit. Die robusteren Spätmöhren halten sich an einem kühlen, dunklen Ort wie dem Keller auch länger. Damit der Organismus das Betakarotin in Möhren aufnehmen kann, sollten sie immer mit etwas Fett zubereitet und zerkleinert werden. Auch im Möhrensaft sind noch alle guten Inhaltsstoffe enthalten.