Arten, Extrakt, Synonyme

Feigenkaktus, Opuntia

Geschichte und Vorkommen

Die Kaktusfeige ist die Frucht vom Opuntienkaktus (Opuntia ficus-indica.. In Mexiko und im tropischen Mittelamerika gehören Kaktusfeigengewächse zu den ältesten Kulturpflanzen. Wegen ihres hohen Wasser- und Fruchtzuckergehaltes nennt man sie auch gerne „Brot der Trockengebiet“. Bereits die Azteken schätzten die Früchte als Grundnahrungsmittel und nutzen sie auch zu Heilzwecken. Im 16. Jahrhundert brachten die spanischen Eroberer die Pflanze nach Europa. Die ovale, bis zu 10 cm lange Beerenfrucht besitzt ein wohlschmeckendes Fruchtfleisch, das mit kleinen schwarzen, aber ebenfalls essbaren Samenkörnern durchsetzt ist.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Roh verputzt bietet sich die Kaktusfeige als schneller und ausgewogener Energiespender an und ist deshalb auch eine beliebte Sportlernahrung, aber auch als belebender Snack bei körperlicher und geistiger Beanspruchung. Denn das süße, saftige Fruchtfleisch der Beerenfrucht ist reich an verschiedenen Zucker- und Proteinarten. Zudem ist die Kaktusfeige die einzige Pflanze, aus der das stoffwechselaktive Taurin isoliert werden konnte – sonst findet es sich nur in tierischen Organismen.
Die Frucht enthält die Vitamine C, K, E, B1 bis B3, B6 und Karotinoide und Flavonoide, Magnesium, Kalzium, Natrium und die Spurenelemente Mangan, Zink, Kupfer, Nickel und Chrom sowie das komplette Spektrum der essenziellen Aminosäuren.
Das Fruchtfleisch der Kaktusfeige ist gelborange bis rot gefärbt. Verantwortlich für diese kräftige Färbung ist der hohe Gehalt an natürlichen Farbstoffen. Die Farbstoffe der Kaktusfeige sind Betalaine und zwar die gelben bis orangefarbenen Betaxanthine und die roten bis violetten Betacyane sowie Betanin. Betalaine haben ein sehr hohes antioxidatives Potential. Als sogenannte Radikalfänger dienen sie dem Schutz von Zellen und Organen wie etwa der Haut, der Nieren oder der Blutgefäße.
Eine Studie der Universität von Palermo konnte die antioxidative Wirkung der Kaktusfeige belegen. Sie verhindern Zellschäden durch oxidativen Stress und verbessern die antioxidativen Status auch bei gesunden Menschen.
Aus den Kernen im Fruchtfleisch der Kaktusfeige wird ein wertvolles Kaktusfeigenöl gewonnen, das vor allem in der Kosmetik eingesetzt wird. Es ist besonders reich an Vitamin E und soll Falten und trockener Haut entgegenwirken.

Besonderheit

Achten Sie beim Einkauf von frischen Kaktusfeigen auf den Reifegrad. Verzehrfähige Früchte sollten weich sein und eine unversehrte Schale haben. Sehr harte Früchte lieber liegen lassen. Sie sind unreif – und reifen auch nicht mehr nach. Die kleinen dunklen Samen im Fruchtfleisch können unbedenklich mitgegessen werden. In größeren Mengen gegessen wirken Kaktusfeigen leicht abführend und verhelfen so bei Verstopfung zu Erleichterung.