Arten, Exktrakt

rot, schwarz

Geschichte und Vorkommen

Vor allem zwei Arten dieser in Trauben wachsenden Beeren werden schon etwa 500 Jahre kultiviert, die Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum) und die Rote Johannisbeere (Ribes rubrum). Beide gehören zu der Familie der Steinbrechgewächse und haben auch noch andere Namen: Ahl-, Gicht- und Cassisbeere heißt die dunkle Beere noch, Ribisel und Kostbeere die rote Schwester. Und dann gibt es auch noch die süßen Weißen, eine Kulturform der roten Johannisbeere.
In der Naturheilkunde besonders geschätzt wurde schon früh die „Schwarze Johanna“. Der Apotheker und Botaniker Tabernaemontanus (1520-1590) beschrieb ihre Wirkungen in einem Kräuterbuch: „Welchem Menschen die Zunge geschwollen wär / der solle sie reiben mit Johannisträubleinsaft / so fleusst der Speichel und Schleim heraus. Dieser Saft mit Rosenwasser vermischt / und sich damit gegurgelt / ist gut wider das geschwollene Zäpflein. Befestiget die wacklende Zähn / und stärcket das Zahnfleisch. So man an die Stirn streicht / hilft es den triefenden Augen.” Die Schwarze Johannisbeere war ursprünglich in nördlichen Gegenden Europas, im Kaukasus und in Sibirien bis hin zum Himalaja heimisch. Heute wird sie auch in Südeuropa angebaut. Die rote Art stammt aus Westeuropa. Die Pflanzen benötigen ausreichende Feuchtigkeit, Sonne sowie Schutz vor Wind.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Lässt sich die Rote Johannisbeere schon als reich an Vitamin C bezeichnen, so ist die Schwarze ein wahres Vitamin-C-Wunder. Sie strotzt mit der vierfachen Menge dieses wichtigen Vitamins, das unser Immunsystem stärkt, den Zellstoffwechsel aktiviert und vor freien Radikalen schützt. Schwarze Johannisbeeren wirken stärkend und belebend. Sie beruhigen Durchfall und Magenschmerzen, senken Fieber und heilen Mund- und Racheninfektionen. Beide Johannisbeerarten enthalten außerdem Vitamine der B-Gruppe, E und Provitamin A sowie die Mineralstoffe Kalium, Eisen und Mangan.

Allgemeine Hinweise

Bis zu 2 Meter hoch werden die kräftigen Sträucher der Schwarzen Johannisbeere, die der Roten werden nicht ganz so hoch. Meist bestäuben sich die hängenden Blüten selbst. Aus den Fruchtknoten entwickeln sich die mehrsamigen Beeren. Schwarze Johannisbeeren haben eine robuste Schale und einen herben, teils säuerlich-bitteren Geschmack. Rote sind zarter und schmecken süß-säuerlich. Sie werden gern roh gegessen. Die dunklen wandern dagegen hauptsächlich in den Entsafter. Aus ihnen entsteht auch der französische Cassis-Likör, der gemischt mit Champagner zum „Kir Royal“ wird. Beide Beerenarten lassen sich ohne großen Aromaverlust problemlos einfrieren.