Geschichte und Vorkommen

Schon die alten Griechen und Römer kannten den Hopfen als Heilmittel und Gemüse, wobei sie für den Genuss eher die aromatischen jungen Triebe der Pflanze verwendeten. Dass Hopfen sich auch zum Würzen und Haltbarmachen von Bier eignet, scheint im Baltikum entdeckt worden zu sein. Von dort aus verbreitete sich diese Sitte wahrscheinlich zwischen dem 5. und 7. Jahrhundert Richtung Westen und wurde einige Zeit später auch hierzulande bekannt. Jedenfalls entstanden etwa 800 n. Chr. die ersten Hopfengärten. Die Heilwirkungen der Pflanze waren in der Zwischenzeit in Vergessenheit geraten und wurden erst von den Arabern wieder genutzt. Etwa 1000 n. Chr. setzten sie Hopfen gegen Fieber und Entzündungen sowie Melancholie ein. Später wurde auch die schlaf- und verdauungsfördernde Wirkung festgestellt. Seit dem 19. Jahrhundert wird Hopfen als Beruhigungsmittel eingesetzt. Drei Arten Hopfen (Humulus) gibt es, wobei der Gemeine Hopfen (H. lupulus) die wichtigste Art ist. Und das nicht nur, weil seine Zapfen unser Bier würzen. Wilder Hopfen ist in Europa weit verbreitet und kommt in Gärten, Gebüschen, in Auwäldern und an Fluss- und Bachläufen vor. Er gedeiht an sonnigen bis schattigen Stellen mit lehmigem, nährstoffreichem Boden. Die wichtigsten Anbaugebiete sind die USA und Bayern in Deutschland.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Hopfen enthält bittere Hartharze und mildere Weichharze, sekundäre Pflanzenstoffe und Gerbstoffe. Insgesamt sind über 150 Aromastoffe im Hopfen bekannt, wobei die Bitterstoffe am wichtigsten sind. Fachleute vermuten, dass die Bitterstoffe Humulon und Lupulon für seine beruhigende und schlaffördernde Wirkung verantwortlich sind. Dass die Bitterstoffe im Hopfen den Appetit anregen, hat dagegen jeder Biertrinker schon selbst erlebt. Sie stimulieren die Magensaftsekretion und wirken zudem noch verdauungsfördernd. Außerdem enthält Hopfen östrogenartig wirkende Substanzen. Er wird daher in der Naturmedizin bei verschiedenen Frauenleiden eingesetzt.

Allgemeine Hinweise

Der Hopfen ist eine Kletterpflanze, die sich im Uhrzeigersinn wild an Blumen und Sträuchern, kultiviert an Stangen, emporschlingt. Bis zu dreißig Zentimeter kann eine Pflanze in 24 Stunden wachsen. Der Gemeine Hopfen ist mehrjährig und kann bis zu fünfzig Jahre alt werden. Nur weibliche Pflanzen werden in Deutschland kultiviert. Bei ihnen stehen die Blüten, die kleinen Blättern ähneln, je zwei und zwei in den Blattachseln der Deckblätter. Sie bilden den Blütenstand, die Hopfendolden. Diese sind dicht mit becherförmigen Drüsen besetzt. Sind die Dolden der weiblichen Pflanze reif, wird der Hopfen knapp über dem Boden abgeschnitten, die Dolden werden getrocknet. Danach lassen sich die Hopfendrüsen absieben und als Hopfenmehl für die Bierherstellung verwenden. Als Tee entfaltet Hopfen seine beruhigende Wirkung. Ein Teelöffel zerkleinerter Hopfenzapfen wird dafür mit 150 ml heißem Wasser aufgegossen und muss 10 Minuten zugedeckt ziehen. In den Kochtopf oder die Salaltschüssel können die vitaminreichen jungen Hopfentriebe wandern – sie schmecken ähnlich wie Brokkoli.