Geschichte und Vorkommen

In den süßen Genuss von Honig kamen vermutlich bereits die Steinzeitmenschen. Sie sammelten den Honig aus Bienenstöcken wild lebender Bienen. Als Imker betätigten sich Menschen erst viel später – die ersten Nachweise stammen aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. Honig war im Altertum Opfergabe, Heil- und Schönheitsmittel. Für die alten Ägypter war er zudem begehrtes Handelsgut und diente zum Bezahlen von Waren. Später stellten die Germanen ihren Met aus Honig her. Vor allem aber diente Honig bis in die Neuzeit dem Süßen von Speisen. Zucker gibt es zwar seit dem späten Mittelalter, er war aber lange Zeit für kaum jemanden erschwinglich.
Honig entsteht von jeher immer gleich: Bienen sammeln zunächst Blütennektar, Pflanzensäfte oder Honigtau, die zuckerreichen Ausscheidungen von an Pflanzen saugenden Insekten. Die gesammelten Säfte werden von den Bienen mit Sekreten angereichert und in Waben gespeichert, wo sie zu klarem, flüssigen Honig heranreifen.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Honig besteht zu 70 bis 80 Prozent aus den Zuckerarten Fruktose und Glukose. Der Rest sind Wasser sowie kleine Mengen anderer Zucker, Enzyme, Vitamine, Mineralstoffe, Aminosäuren und mehr als 120 Aromastoffe. Letztere sind dafür verantwortlich, dass die verschiedenen Honigsorten so unterschiedlich schmecken. Da im Honig auch Pollen enthalten ist, empfehlen Naturheilkundler Allergikern Honig als „Impfung“ gegen Heuschnupfen. Durch regelmäßigen Genuss des süßen Goldes sollen sich die allergischen Reaktionen allmählich abschwächen. Voraussetzung ist allerdings, dass der Pollen aus der heimischen Region stammt und die dort verbreiteten Pollen enthält. In der Volksmedizin kommt Honig bei Erkältungen und Halsschmerzen zum Einsatz. Die wissenschaftliche Erklärung für die Wirkung gegen Krankheitskeime: Durch seinen hohen Zuckergehalt entzieht Honig Krankheitserregern wie Bakterien und Pilzen lebenswichtiges Wasser und wirkt damit keimtötend. Verstärkt wird diese Wirkung durch den niedrigen pH-Wert (3–4) der meisten Honigsorten. Sie sind also sauer, was Bakterien ebenfalls den Garaus macht.

Allgemeines zu Honig

Honigsorten unterscheiden sich stark hinsichtlich Konsistenz, Farbe und Aroma. Ein Honig kann hell, dunkel, dickflüssig, cremig oder körnig-fest sein, süß oder herb schmecken. Die Beschaffenheit hängt nicht nur davon ab, ob der Honig aus Blütennektar oder aus Honigtau entstanden ist, sondern auch davon, von welchen Pflanzen Nektar oder Tau gesammelt wurden. In jedem Fall ist Honig aus Blütennektar heller, süßer und fester als solcher aus Honigtau, wozu Tannen- und Waldhonige gehören.
Wegen seines geringen Wasser- und hohen Zuckergehalts ist Honig mindestens ein Jahr haltbar. In diesem Zeitraum kann er zwar auskristallisieren, lässt sich aber im warmen Wasserbad schnell wieder verflüssigen. Nur sollte er dabei nicht über 50 °C erwärmt werden, wertvolle Inhaltsstoffe könnten sonst zerstört werden. Deshalb gehört der Löffel Honig zum Süßen und Verfeinern auch immer zum Schluss in das Getränk oder Gericht.