Bezeichnungen, Exktrakt

Blüte, Beere, Samen

Beschreibung, Geschichte und Vorkommen

Eine Beere (Sambucus nigra) – so viele Namen: Holunderbeere, Fliederbeere, Holderbeere, Teeholunder und dazu noch Schwarzholler, wie sie in Österreich genannt wird. Falsch ist jedoch die Bezeichnung „Deutscher Flieder“ für den bis zu 7 Meter hohen Strauch aus der Familie der Geißblattgewächse. In ganz Europa, Westasien und sogar Nordafrika ist die Holunderbeere heimisch. Und das bereits seit Jahrtausenden. Archäologen fanden Reste von Holunder in vielen prähistorischen Siedlungen. Dass die Pflanze so weit verbreitet ist, wundert kaum. Noch heute scheuen sich viele Leute, einen Holunderbusch zu fällen. Im Volksglauben heißt es nämlich, Holunderbüsche schützten das Haus. Daneben wurde der Holunder schon immer als wichtige Heilpflanzen, zum Beispiel gegen Erkältungen, genutzt. Der dunkle Saft der von Holunderbeeren färbte und aromatisierte in früheren Zeiten auch weniger guten Wein. Von August bis September sind die schwarzen Beeren von wild wachsenden Sträuchern am Rand von Hecken und Wäldern zu entdecken. Im Frühjahr, bezaubern die gelblich-weißen, stark duftenden Blüten der Pflanze. Sie können für die Herstellung von Sirup und Tee verwendet werden.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Holunderbeeren enthalten Vitamin B, E, C, Niacin, Folsäure und die Mineralstoffe Kalium, Calcium, Phosphor, Magnesium und Eisen. Das C-Vitamin der Beeren hilft, das pflanzliche Eisen im Körper gut aufzunehmen. Es ist wichtig für die Vermehrung der roten Blutkörperchen, die für den Sauerstofftransport im Blut sorgen. Wie alle roten und dunklen Beeren enthalten auch die vom Holunder Flavonoide, die für ihre Färbung verantwortlich sind. Diese sekundären Pflanzenstoffe hemmen Entzündungen, fangen freie Radikale ab und schützen so vor Krebs. Sie wirken auch gegen Bakterien und Gefäßverkalkung. Die rohen Beeren enthalten Sambunigrim, einen Stoff, der Durchfall, Übelkeit und sogar Erbrechen auslösen kann. Er wird jedoch beim Erhitzen der Früchte völlig zerstört. Holunderbeeren dürfen deshalb nicht roh, sondern nur gekocht verzehrt werden. Ein bewährtes Mittel bei Erkältung ist heißer Holunderbeersaft mit Honig, es treibt den Schweiß und hemmt Entzündungen, zum Beispiel der Bronchien bei Husten. Zudem wirken die Beeren harntreibend.

Allgemeine Hinweise

Holunderbeeren sollten nur reif und schwarz glänzend geerntet werden. Man sollte allerdings darauf achten, dass die Sträucher nicht zu nah an Straßen oder gar Autobahnen stehen, da Abgase den Gesundheitswert der Früchte herabsetzen. Beim Pflücken besteht Verwechslungsgefahr mit dem Zwergholunder, dessen braunrote Beeren leicht giftig sind. Wer jedoch weiß, dass diese Pflanzen nur knapp zwei Meter hoch werden und blühen, wenn beim echten Holunder bereits erste Beeren reifen, braucht keine Angst zu haben. Die schwarzen Beeren lassen sich einfach mit einer Gabel von den Stielen streifen, um anschließend schnell in den Kochtopf zu wandern. Denn lange haltbar sind sie nicht, im Kühlschrank lassen sie sich nur einen Tag aufbewahren.