Bezeichnungen, Exktrakt

Goldhirse, Samen, Samenöl

Geschichte und Vorkommen

Hirse ist ein Überbegriff für kleinfrüchtiges Spelzgetreide. Sie wächst auf relativ trockenen, oft armen Böden, wo keine andere Getreideart gedeiht – und wird deshalb gerne als „Brot des armen Mannes“ bezeichnet. Die Pflanze aus der Familie der Süßgräser gehört zu den ältesten bekannten Getreidearten und wurde schon sehr früh als Kulturpflanze angebaut. Ihren Ursprung hat die Hirse wahrscheinlich in Zentralasien oder China. Dort trug Hirse bereits vor mehr als 8000 Jahren als eiweißreiches, mineralstoffreichstes Lebensmittel für die gesunde Ernährung bei. Seit den Anfängen des Ackerbaus wurde Hirse aber auch schon in Mittel- und Osteuropa angepflanzt. Im ausgehenden Mittelalter wurde die Rispenhirse auch in Deutschland und Frankreich angebaut. Heute gehören Zentral- und Ostasien, Indien und Teile des Mittleren Ostens zu den Hauptanbaugebieten der Hirse. Früher als „Armeleuteessen“ verschrien, feiert Hirse in westlichen Industrieländern derzeit sein Comeback als wertvolle Ergänzung einer ausgewogenen und gesunden Ernährung.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Die kleinen Körner sind wahre Kraftpakete: Hirse ist ernährungsphysiologisch besonders wertvoll, da sie neben 60 bis 75 Prozent Kohlenhydraten ca. 8 bis 13 Prozent Eiweiß in einer guten biologischen Wertigkeit und reich an essentiellen Fettsäuren enthalten. Da Hirse vornehmlich aus komplexen Kohlenhydraten besteht, sättigt sie schnell und langanhaltend. Zudem ist das Getreide auch ein kleiner Mineralstoffbooster. So sind in der Hirse neben Fluor, Schwefel, Phosphor und Magnesium auch Kalium und besonders viel Silizium (Kieselsäure) und Eisen enthalten. Auch die B-Vitamin (B1, B2, B6 und B17) kommen nicht zu kurz, welche in pflanzlichen Nahrungsmitteln eher selten zu finden sind. Hirse eignet sich daher auch hervorragend zur veganen oder vegetarischen Ernährung. B-Vitamine unterstützen einen gesunden Stoffwechsel, stärken die Nerven, machen widerstandsfähiger. Silizium, Eisen und Magnesium können das gesunde Haarwachstum, feste Nägel und die Hautgesundheit fördern, weshalb Hirse gern auch als kleines Beautywunder bezeichnet wird. Darüber hinaus werden der Hirse entzündungshemmende und wundheilende Eigenschaften zugesprochen. Aus den Früchten der Hirsen können durch schonende mechanische Pressung und Filtration wertvolle Öle gewonnen werden: Goldhirseöl und Hirsesamenöl können einen wertvollen Beitrag zu einer gesunden Ernährung leisten, denn sie enthalten Vitamin E und alle wertvollen Vitalstoffe der Hirse in einer sehr gut verdaulichen und einfach einzunehmenden Form. Vitamin E ist ein gut erforschtes Antioxidans und schützt Zellen vor freien Radikalen, also zellschädigenden Einflüssen.

Besonderheit

Nicht nur für Allergiker von Interesse: Hirse ist glutenfrei, daher kann Hirsemehl zur Herstellung glutenfreier Backwaren verwendet werden. In einigen Ländern wird auf Hirsebasis Bier hergestellt, in westlichen Industrieländern auch als glutenfreies Bier erhältlich. In China werden auch Hirseschnäpse gebrannt, der bekannteste chinesische Hirseschnaps ist Maotai.

Allgemeine Hinweise

Im Handel findet man Hirse meist unter der Bezeichnung Goldhirse, die einen besonders feinen, nussigen Geschmack hat. Es handelt sich um eine von ihren Schalen befreite Sorte. Daneben findet man auch die ungeschälte Braunhirse – diese aber vornehmlich als Mehl oder in Form von Braunhirseflocken. Das hat einen guten Grund: Ungeschälte Hirse, eben Braunhirse, könnten wir nicht so ohne weiteres essen. Denn ihre Randschichten sind einfach zu hart und für Menschen unverdaulich, so dass sie entfernt werden – oder eben durch spezielle Mahlverfahren so vorbereitet werden müssen, um für uns verdaulich zu werden. Hirse – auch die geschälte Goldhirse – darf nicht roh gegessen werden, denn in Hirse befinden sich Enzyme, die ungekocht bzw. ungeröstet eiweißschädigend sind.