Geschichte und Vorkommen

Die Himbeere kann auf eine äußerst lange Geschichte zurückblicken. Himbeersamen wurden bereits in vorgeschichtlicher Zeit gefunden. Die alten Römer setzten sie als Heilpflanze bei Bissen von Schlangen und Skorpionen ein. Bereits ab 350 n. Chr. begann ihre Kultivierung in Südeuropa. Ihr Artname „Rubus idaeus“ steht in Verbindung mit dem griechischen Berg „Ida“, auf dem schon im Mittelalter zahlreiche Himbeersträucher wuchsen. Streng genommen handelt es sich bei der Himbeere aber gar nicht um eine Beere, sondern um die Frucht der sommergrünen, zweijährigen beerenartigen Steinsammelfrucht, die (wie die Brombeere) zu den Rosengewächsen (Rosaceae) zählt. Der Himbeerstrauch kann bis zu 2 Meter hoch werden und hat viele kleine Stacheln. Seine Tragruten sterben nach der Beerenernte ab und entstehen jährlich neu. Zumeist handelt es sich bei den Früchten um rote Beeren, es gibt aber auch rosa, gelbe oder weiße Himbeersorten. Man unterscheidet verschiedenartige Himbeerarten, die weltweit wild wachsen und vorzugsweise an feuchten, schattigen Stellen und an Waldrändern gezüchtet werden. Besonders Polen, das als „größtes Himbeerbecken der Welt“ bekannt ist, zählt zu den Anbaugebieten. Zu erwähnen wären an dieser Stelle aber auch Belgien, Tschechien, Deutschland, England, Frankreich und Italien. Die Erntezeit ist von Mitte Juli bis Mitte August.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Neben dem Frischfruchtverzehr eignet sich die Himbeere für Süßspeisen, Torten, Eis, Kompott, Marmelade, Saft, Sirup und für die Likör-, Himbeergeist- oder Rumtopfherstellung. Vermengt mit Rotweinessig lässt sich auch ein Himbeeressig herstellen. Ein großer Teil der Erntemenge wird zu Steril- und Gefrierkonserven verarbeitet.
Doch die Himbeere ist nicht nur als Nahrungsmittel beliebt. Ihr wird auch eine volksmedizinische Bedeutung zugeschrieben. Denn Himbeeren haben eine entzündungshemmende, blutbildende und entwässernde Wirkung. Zudem sind sie stoffwechselanregend, sowie abwehr- und kreislaufstärkend. Aus Himbeerblättern lässt sich ein wohlschmeckender Tee zubereiten, der das Wohlbefinden steigert und zusätzlich auch eine stopfende, fiebersenkende und blutreinigende Wirkung besitzt. Kalt eignet sich der Tee für Mundspülungen und zum Gurgeln. Die Hauptinhaltsstoffe der Himbeere sind Apfel-, Oxal- und Zitronensäure. Hinzu kommen Calcium, ätherisches Öl, Fruchtzucker, Kalium, Magnesium, Niacin, Pektin und Phosphor. Sie ist auch reich an den Vitaminen B 1, B 2, B 6 und C, sowie dem Provitamin A und ist besonders Vitamin-E-haltig. Auch in den Himbeer-Blättern ist viel Vitamin-C enthalten. Da die Himbeeren sehr druckempfindlich und leicht verderblich sind, sollte man darauf achten, sie nicht zu lange zu lagern, sondern rasch zu verbrauchen und gegebenenfalls einzufrieren.

Allgemeine Hinweise

Aufgrund ihres unvergleichlich ausgeprägten, wohlschmeckenden Aromas und wegen des zartkörnigen Fruchtfleischs, gilt die Himbeere als die „aromatischste heimische Obst-Art“. Wenn sie in den frühen Morgenstunden geerntet werden, halten sich die Himbeeren noch länger frisch als andere, vorausgesetzt, sie wurden am Vorabend kräftig gegossen. Außerdem schmecken sie dadurch besonders gut.