Geschichte und Vorkommen

Der Hibiscus sabdariffa zählt zur Familie der Malvengewächse und ist ursprünglich im Sudan beheimatet. Gerne wird er „Rote Malve“ genannt, er ist aber auch unter dem Namen Eibisch bekannt. Heutzutage ist er weltweit kultiviert, wobei sich die größten Anbaugebiete in Nordafrika, Ägypten, Mexico, China, Thailand und nach wie vor im Sudan befinden. Beim Hibiskus handelt es sich um eine einjährige, krautige Pflanze, die bis zu fünf Meter hoch werden kann. Er ist sehr frostempfindlich und benötigt daher hohe Temperaturen, sowie ausreichend Niederschläge. Seine weißen oder gelben Blüten werden von dickfleischigen, dunkelroten Kelchblättern umgeben. Die Aussaat erfolgt zu Beginn oder während der Regenzeit, sodass die Früchte während der Trockenzeit heranreifen. Seine Erwähnung als Heilpflanze verdankt der Hibiskus den festsitzenden Kelchblättern. Diese müssen von Hand geerntet und anschließend getrocknet werden.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Die getrockneten Hibiskusblüten bestehen bis zu 30% aus Fruchtsäuren. Vor allem handelt es sich dabei um Zitronensäure (12 – 20 %) und Hydroxycitronensäure (15 %), aber auch Apfel- und Weinsäure sind enthalten. Durch diesen relativ hohen Fruchtsäuregehalt wirkt Hibiskus mild laxierend, sofern er in größeren Mengen genossen wird. Die dunkelrote Farbe der Hibiskusblüten ist den Anthocyanen zuzuschreiben. Außerdem enthalten sie Polysaccaride und Pektine. In der afrikanischen Volksheilkunde ist die Hibiskusblüte für ihre krampflösenden, wasser- und galletreibenden Eigenschaften bekannt. Zudem soll sie Entzündungen lindern und blutdrucksenkend, sowie immunstimulierend wirken. Ferner besitzt er appetitanregende, schleimlösende und harntreibende Funktionen. Hibiskus findet daher Anwendung bei Erkältungen und Katarrhen der oberen Luftwege und des Magens. Verbreitet ist auch der Hibiskusblüten-Tee, denn der Hibiskus gibt ein leuchtend rotes Aufgussgetränk mit säuerlichem Geschmack ab. Es handelt sich dabei um ein teeähnliches Erzeugnis aus getrockneten, spröden roten Kelchen und Hüllkelchen der Hibiskusblüten, auch Rosette genannt. Häufig wird es mit anderen Kräutern oder Pflanzenarten, vor allem zusammen mit Hagebuttentee verwendet. Hibiskus kann aber auch als Kaltgetränk und als Sirup beispielsweise in Sekt und Champagner genossen werden. In der Lebensmittelindustrie dient der Hibiskus in Form von Extrakten wegen seiner intensiven roten Farbe als Färbemittel und wird für Getränke, Bonbons, Weingummi, Sorbets und Fruchtzubereitungen, wie Gelee, Konfitüre und Chutneys verwendet. Die Samen werden in Afrika zu Mehl verarbeitet oder zur Ölgewinnung genutzt. Auch die jungen Blätter und Triebe können zum Einsatz kommen: als Salat oder Gemüse und zum Würzen von Curries sind sie in der Küche beliebt.

Allgemeine Hinweise

Neben seinen heilenden Eigenschaften, ist der Hibiskus zusätzlich auch sehr hübsch anzusehen. Häufig findet man ihn in Gärten als Zierpflanze. Seine Blüten sind zudem ein weit verbreitetes Motiv in der Textilbranche. Als Hawaiiblumen stilisiert sind sie ein beliebtes Motiv auf Textilien aller Art.