Geschichte und Vorkommen

Vielleicht verbindet der ein oder andere das Wort Hanf sofort mit Haschisch, denkt an Amsterdam und die ersten Parties. Die Tatsache, dass das Hanfprotein dieser Pflanze für uns sehr wertvoll und reichhaltig ist, ist oftmals gänzlich unbekannt. Man sagt ihm nach, man könne sich über Monate ausschließlich von ihm ernähren, ohne einen Mangel zu erleiden. Die Gründe hierfür liegen in einem für den Menschen fast perfektem Aminosäurenprofil, einem idealen Fettsäurenprofil und einem hohen Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen. Diese einjährige Pflanze hat wie viele Heil-und Nutzpflanzen eine weite Reise hinter sich. Sein Ursprung findet sich in Zentralasien und Nordwestindien. Darüberhinaus wird er in China, Italien, Ungarn, Serbien, Russland und Amerika kultiviert. In Deutschland ist es seit 1996 erlaubt Hanf als Nutzpflanze anzubauen. Schon im 2. Jahrtausend v. Chr. wurde in China der Hanf zur Gewinnung von Papier verwendet. Heute und im Allgemeinen werden Hanffasern zur Fertigung von Waren wie z.B. Möbel, Kleidung, Segeltücher, Taue und Shampoo verwendet. Auch läßt sich mit einem bestimmten Verfahren aus den ölhaltigen Samen Mehl zum Backen, insbesondere für Brot und Pizza, herstellen. Generell besitzen die für diese Zwecke verwendeten Pflanzen einen geringen Anteil an THC (Tetrahydrocannabinol). Der aus der Familie der Hanfgewächse und mit dem Hopfen verwandte, schnellwachsende Hanf kann eine Höhe von bis zu 3,50m erreichen. Dank seiner krautartigen, fingerförmigen, gezähnten und gefiederten Blätter die 5-55mm lang und 15-28mm breit werden können, besitzt er die längsten für den Menschen nutzbaren Fasern. Man unterscheidet zwischen dem Amerikanischen Hanf, welcher für die Herstellung von Marihuana/Ganja genutzt wird und dem Indischen Hanf. Dieser wird überwiegend zur Herstellung von Haschisch verwendet.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Beim vielseitigen Hanf, hier ist ausschließlich die Rede von Pflanzen mit einem geringen Anteil an THC, gibt es unterschiedliche Facetten und somit Einsatzgebiete. Zum einen wäre das Hanfprotein zu nennen. Es ist auf Grund seines für den Menschen fast perfekten Aminosäurenprofils sowie einem idealen Fettsäurenprofil von großer Bedeutung. Die weitverzweigten Aminosäuren benötigen wir zum Muskelaufbau und zur Reparatur von Muskelschäden. Die Fettsäuren wiederum sind unabdingbar für die Bildung der weißen Hirnsubstanz. Hinzukommen ein hoher Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen. Da das Hanfprotein frei von Trypsininhibitoren ist, diese Stoffe hemmen Trypsin, kann dieses Protein viel besser und umfassender vom Körper verwertet und genutzt werden. Es ist der Sojabohne somit weit überlegen. Das Hanföl, welches ebenfalls aus den Hanfsamen gewonnen wird, verfügt über das einmalige Quartett besonderer Fettsäuren mit besonderer pharmakologischer Wirkung: Linolsäure, Alpha-Linolsäure, Gamma-Linolsäure und der Stearidonsäure. Das Öl ist besonders für die kalte Küche geeignet. Es ist leicht oxidativ und darf somit keinen hohe Temperaturen ausgesetzt werden. Von besonderem medizinischem Interesse sind die Cannabinoide (= hanftypische Bioaktivstoffe). In Nutz – oder Industriepflanzen finden wir die höchste Konzentration. Wie oben erwähnt, enthalten diese Pflanzen einen geringen Anteil an THC. Im Hanf gibt es jedoch zwei wichtige Bioaktivstoffe, die zu der Gruppe jener Cannabinoide zählen. Das TCH (Tetrahydrocannabinol) und das CBD (Cannabidiol). Im Vergleich zu THC ist CBD nicht psychoaktiv und verursacht keine psychischen Wirkungen.
Viel mehr wirkt es schmerzlindernd, entkrampfend, anti-epileptisch, angstlösend und anti-psychotisch. Es ist ein starkes Antioxidans, ein hilfreicher Entzündungshemmer und wird vermehrt in der Schmerztherapie eingesetzt.
Mit der Einnahme von CBD kann der körpereigene Abbau von Endocannabinoiden gehemmt werden. Somit kann die Wirkung der körpereignen Substanzen verlängert werden. Hier geht es im Wesentlichen um ein Subsystem des Nervensystems, welches das Erinnerungsvermögen steuert und das Immunsystem kontrolliert. Durch die nervenschützenden Eigenschaften ist dies besonders bedeutend für Alzheimer -, -Parkinson – und Schizophreniepatienten. Zudem wirkt es antibakteriell gegen bestimmte Keime, hemmt Übelkeit und reduziert das Risiko von Diabetes. Bei der Dosierung gilt es zu beachten, dass schon 10 bis 40 mg pro Tag ein Wirkung zeigen können. Je nach Behandlungsziel kann es auch hochdosiert bis zu 800 mg pro Tag für Erwachsene eingesetzt werden. Da jeder Mensch individuell auf CBD reagiert, gilt es die richtige Dosierung herauszufinden.
Bei Kindern empfiehlt man derzeit pro Körpergewicht 2 bis 10 mg pro Tag. Auch hier gilt es, individuell anzupassen.
Zur äußerlichen Anwendung eignen sich Umschläge aus Hanfblättern. Diese finden Verwendung bei Rheuma, Migräne und Zahnschmerzen.

Allgemeine Hinweise

Seit langem begleitet Hanf die Wissenschaft. Der negative Fluch, der dem Hanf anhaftet, wandelt sich allmählich und die Pflanze gewinnt an Ansehen. Dennoch, ein Haken bleibt bis auf weiteres. Die Mikrobiologie bei Hanf ist kritisch, denn sogar bei Bio-Hanf ist die Keimbelastung einfach zu hoch. Das Hanfeiweiß hat bei Sportlern aus anderen Gesichtspunkten schlechte Karten. Der Grund hierfür ist die sog. „Kölner Liste“. Diese Liste führt Nahrungsergänzungsmittel und Ernährungsprodukte ohne dopinrelevante Substanzen auf. Hanfeiweiß schafft diese Hürde leider nicht, auch wenn die produkteigene Analytik sauber und rein eingereicht wird, gilt dort ein generelles NEIN für Hanfprdukte. Allerdings ist dies kein Grund für Trübsal, ein anerkannter und ebenso effektiver Ersatz ist das Kürbiseiweiß.