Geschichte und Vorkommen

Die Hagebutte ist die Frucht der Heckenrose, die auch unter dem Namen Wildrose, Hundsrose oder Apfelrose bekannt ist. Der stachelige Strauch zählt zur Pflanzenfamilie der Rosengewächse und ist weltweit verbreitet. Im Frühsommer entwickelt die Heckenrose (Rosa canina) weiße bis hellrosa Blüten, im Spätsommer reifen an den Blütenständen die Hagebutten heran. Botanisch gesehen sind sie eigentlich Scheinfrüchte, denn die wahren Früchte der Heckenrose sind die kleinen Nüsschen, die sich im Inneren der Hagebutte finden – diese sollten nicht gegessen werden. In der Volksmedizin des Mittelalters wurde die Hagebutte gegen Magen- und Darmerkrankungen, Beschwerden der Galle und ableitenden Harnwege eingesetzt.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Heute schätzt die Naturheilkunde die Hagebutte für ihren Reichtum an Vitaminen, Gerbstoffen und sekundären Pflanzenstoffen. Man nutzt vor allem die Hagebuttenschale.
Sie ist ein guter Vitamin-C-Lieferant, stärkt damit das Immunsystem. Hagebuttentee und -mus sind altbewährte Hausmittel bei Erkältungskrankheiten.
Der sekundäre Pflanzenstoff Galaktolopid wirkt entzündungshemmend und kann die Bildung von Kollagen und die Funktion des Knorpels unterstützen. Dies hilft vorbeugend bei Gelenkproblemen und lindert Rheuma und Arthrose. Studien mit Hagebuttenextrakten zeigen, dass es zu einem Rückgang der Schmerzen in den Gelenken und dankt des Vitamin C auch zu einer Verbesserung der Knorpelschicht kommt, da es die Kollagen-Neubildung unterstützt. Kollagen ist ein wichtiger Baustein im Gelenkknorpel.
Lycopin, ein Carotinoid, ist u.a. für die leichtende Farbe der Hagebutte verantwortlich. Lycopin hat starke antioxidative Eigenschaften und kann als wirksamer Radikalfänger unerwünschten Zellveränderungen vorbeugen.
Hagebuttentee wirkt leicht harntreibend, kann bei Magenproblemen, Nierenleiden und zur Entschlackungskur getrunken werden.
Das Pektin in der Hagebutte wirkt leicht abführend, weshalb Hagebuttentee sich auch bei leichter Verstopfung empfiehlt.
Aus den Samen der Hagebutte wird zudem ein feines Öl gewonnen, das sich sehr gut zur Hautpflege eignet. Man kennt es unter dem Namen „Wildrosenöl“. Nicht nur Naturkosmetik-Hersteller nutzen es für Cremes, die Falten und Hautalterung vorbeugen, die Haut geschmeidig und jung erhalten sollen. Es kann auch gut zur Pflege rissiger, irritierter Haut verwendet werden, da es die natürliche Wundheilung fördert
Als Zutat in Mundspülungen entfaltet Hagebuttenöl ebenfalls positive, heilende Eigenschaften, die man z. B. bei Aphten nutzen kann.

Allgemeine Hinweise

Kinder kennen den Hagebutten-Samen als Juckpulver. Die feinen, kleinen Härchen auf den Samen haben Widerhaken, die Ausschlag und Allergien hervorrufen können – eben zum Juckreiz führen. Unterhalb des Samens findet man aber das Fruchtfleisch, das süßlich-sauer schmeckt und gern zum Kochen von Marmelade verwendet wird. Tipp: Wer Hagebutten sammelt, um daraus Marmelade zu kochen, sollte beim Entfernen der Samen am besten Handschuhe tragen.
Selbst gesammelte Hagebutten sollten schonend getrocknet werden – bei Temperaturen nicht über 40 Grad um alle wertvollen Nährstoffe .